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Prozess in den USA
Reza Zarrab: „Wenn ich nicht lüge, wird man mich nicht freilassen“

Der türkische-iranische Unternehmer Reza Zarrab habe schon vor Monaten seine Bereitschaft verkündet, für eine Strafmilderung zu lügen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das die Anwälte des früheren Vizechefs der türkischen Halkbank Mehmet Hakan Atilla vor Gericht eingereicht haben.

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(Archivfoto: AA)

Überraschende Wende im Fall des in den USA vor Gericht stehenden türkisch-iranischen Goldhändlers Reza Zarrab

New York (nex) – Der türkische-iranische Unternehmer Reza Zarrab habe schon vor Monaten seine Bereitschaft angekündigt, für eine Strafmilderung zu lügen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das die Anwälte des früheren Vizechefs der türkischen Halkbank Mehmet Hakan Atilla vor Gericht eingereicht haben. Atilla wird vorgeworfen, US-Sanktionen gegen den Iran verletzt zu haben.

Die Anwälte beschuldigten zudem US-Staatsanwälte, Beweismittel zurückzuhalten, die ihnen helfen könnten, die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, zu denen auch die genannten Telefonaufzeichnungen gehörten.

In einem am Montag dem US-Bezirksrichter Richard Berman übergebenen Schreiben beklagten Atillas Anwälte, dass die Staatsanwaltschaft ihnen wichtige Akten erst am Samstagabend übergeben hätten, obwohl sie dieses Material schon am 28.November hätten bekommen sollen. Eine solche Verzögerung mache es für die Verteidigung schwieriger, sich vorzubereiten.

In den USA müsse man lügen, “um frei zu kommen oder eine reduzierte Strafe zu bekommen” und “etwas zugeben, was man nicht begangen hat”, um aus dem Gefängnis herauszukommen, habe Zarrab laut Atillas Anwälten während des Telefongesprächs gesagt.

Der Brief wurde später ohne Erklärung aus den Online-Gerichtsakten entfernt.

Das Telefongespräch zwischen Zarrab und einer Person namens “Ahad” habe bereits am 15. September 2016 stattgefunden.

Die verspätete Übergabe dieser Aussagen beeinträchtige die Verteidigung erheblich, sie vor Gericht ordnungsgemäß und effektiv zu nutzen, fügten die Anwälte hinzu.

Zarrab hatte vor einigen Tagen in dem Prozess um umstrittene Goldgeschäfte mit dem Iran den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan belastet. Der Händler sagte vor Gericht aus, Erdogan habe zwei türkischen Banken die Weisung erteilt, sich an den Geschäften mit dem Iran zu beteiligen.

Das Originalschreiben

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