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Istanbul: Von Erdogan initiierte Renovierung der “Eisernen Kirche” bald abgeschlossen

"Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet", sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, in einem Interview.

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(Foto: Yildirim/AA)

Istanbul (nex) – Die Glocken der Eisernen Kirche am Ufer des Goldenen Horns in Istanbul sollen im Januar nächsten Jahres nach einer siebenjährigen Restauration wieder läuten.

Die bulgarisch-orthodoxe Kirche Sankt Stefan ist die einzige vollständig erhaltene eiserne Kirche der Welt – eisern, weil als Baumaterial hauptsächlich Gusseisen verwendet wurde.

Die Wiedereröffnung soll Medienberichten zufolge am 7. Januar im Rahmen einer Zeremonie stattfinden, an der auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zusammen mit dem bulgarischen Premierminister Bojko Borissow teilnehmen werde.

Erdogan habe die Restaurierung auf die Bitte der bulgarischen Minderheit in der Stadt initiiert, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu:

“Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet.”

Die Stadt Istanbul finanziert laut Anadolu die Restaurierung, die etwa vier Millionen US-Dollar kostet. Aber auch die bulgarische Regierung beteiligt sich mit etwa 250.000 US-Dollar am Projekt.

Mit seinen vielen Gebetsstätten – Moscheen, Kirchen und Synagogen – ist Istanbul ein Zentrum der Multireligiosität.

“Die Kirchen in Argentinien und Österreich wurden im Laufe der Zeit zerstört, nur die Eiserne Kirche in Balat steht noch heute”, betonte Kirchenstiftungspräsident Liaze.

Die Restaurierung erfolgte nach dem Reziprozitätsprinzip zwischen den beiden Staaten: Die bulgarische Regierung genehmigte den Wiederaufbau der Dschumaja-Moschee (Freitagsmoschee) in der zweitgrößten Stadt des Landes Plowdiw. Die türkische Regierung ihrerseits ermöglichte die Restaurierung der Eisernen Kirche. Es gibt weltweit lediglich in Argentinien, Österreich und der Türkei drei vorgefertigte Eiserne Kirchen.

Nach einem Brand in einer Holzkirche erhielten die bulgarischen Christen am 25. Juni 1890 vom Sultan die Erlaubnis, neben der Holzkirche ein neues Gotteshaus zu bauen.

Liaze erzählte im Gespräch mit Anadolu, dass die einzelnen Elemente, die zusammen rund 500 Tonnen wogen auf kleinen Frachtschiffen von Wien über die Donau, den Bosporus und das Goldene Horn nach Istanbul gebracht worden seien.

Die Kirche im neugotischen Stil war in zwei Jahren errichtet und 1898 in Balat, dem alten jüdischen Viertel im europäischen Teil der Stadt, eröffnet worden.

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