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Flüchtlingseinsatz: Gazianteps Bürgermeisterin Sahin gewinnt Minerva-Preis

Fatma Sahin, die Bürgermeisterin der südosttürkischen Provinz Gaziantep nahe der syrischen Grenze, wurde am 30. November mit dem italienischen Anna Maria Mammoliti Minerva-Preis für ihren Einsatz und den der Stadtverwaltung für die Flüchtlinge in der Türkei ausgezeichnet. Damit ist Sahin die erste Türkin, die den Preis gewonnen hat.

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(Archivfoto: AA)

Rom (nex) – Fatma Sahin, die Bürgermeisterin der südosttürkischen Provinz Gaziantep nahe der syrischen Grenze, wurde am 30. November mit dem italienischen Anna Maria Mammoliti Minerva-Preis für ihren Einsatz und den der Stadverwaltung für die Flüchtlinge in der Türkei ausgezeichnet. Damit ist Sahin die erste Türkin, die den Preis gewonnen hat.

Der Minerva-Preis, der 2009 nach seiner Gründerin Anna Maria Mammoliti, einer italienischen Journalistin und Sozialaktivistin, benannt wurde, ist der erste italienische Preis, der sich vor allem an Frauen richtet, die in “wissensbasierten” Bereichen tätig sind.

In diesem Jahr gingen die Preise in der Kategorie “Frauen auf der Welt” an Sahin und May Chidiac, eine libanesische Journalistin und Gründerin der Nichtregierungsorganisation May Chidiac Foundation.

“Ich, die ich als Repräsentantin besonders der anatolischen Frauen, meines Landes und meiner Stadt hier stehe, fühle mich sehr geehrt, die erste Türkin zu sein, die diese Auszeichnung erhalten hat”, sagte Sahin bei der Preisverleihung am 30. November. Dies meldet die Nachrichtenagentur Dogan.

Die Türkei habe den Weg der Migration in einen Weg der Entwicklung, Geschwisterlichkeit und des Friedens verwandelt, erklärte Sahin in ihrer Rede. Aber die Welt wisse nicht, was sie in der Flüchtlingskrise tun solle.

Es sei daher als der Erfolg, die Einsicht, der gesunde Menschenverstand und der Mut der Türkei, zu verbuchen. “Ich hoffe, dass wir Vorbilder sein können”, sagte sie.

Die Bürgermeisterin von Gaziantep betonte, dass sie bestrebt sei, die Stadt zu einem sicheren Zufluchtsort für Flüchtlinge zu machen.
Die 500.000 Syrer beherbergende Stadt wird viel dafür gelobt, dass sie in ihren fünf Flüchtlingslagern, die von der Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD) verwaltet werden, ein Vorbild für die menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen ist.

Von den weltweit 65 Millionen Flüchtlingen beherbergt die Türkei über drei Millionen, die laut einer Statistik vom vergangenen Jahr vor allem aus Syrien stammen. So soll die Zahl der irakischen Flüchtlinge in der Türkei bei 30,400 liegen.
Pakistan belegt mit 1,4 Millionen Flüchtlingen den zweiten, der Libanon mit einer Million Flüchtlingen den dritten Platz.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich nach dem neuen “Global Trends“- Report von UNHCR die Zahl der Zwangsvertriebenen von 33,9 Millionen im Jahr 1997 auf 65,6  im Jahr 2016 verdoppelt. Demnach würden pro Minute 20 Menschen zur Flucht gezwungen.
Lediglich 8 Prozent diese Flüchtlinge leben in den 26 für sie vorgesehenen Camps in der gesamten Türkei. Der Rest ist in Städte gezogen, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlagen.

Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung der Flüchtlinge bislang mehr als 25 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

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