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Giftgasangriff in Syrien: Türkische Nachrichtenagentur reicht Akte beim Internationalen Strafgerichtshof ein

Bei der Attacke am 4. April in Khan Sheikhun, einer Stadt in der westsyrischen Provinz Idlib, wurden mindestens 100 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.

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(Foto. AA)

Den Haag (nex) – Die Nachrichtenagentur Anadolu hat am gestrigen Freitag beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eine 292 Seiten umfassende Akte über den Chemiewaffenangriff des Assad-Regimes auf Zivilisten in Syrien im vergangenen April eingereicht.

Bei der Attacke am 4. April in Khan Sheikhun, einer Stadt in der westsyrischen Provinz Idlib, wurden mindestens 100 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.

Korrespondenten und Fotografen der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur waren die ersten Medienvertreter, die einen Tag nach dem Angriff am Ort des Geschehens eintrafen.
Sie interviewten Augenzeugen und zivile Verteidigungseinheiten und machten Aufnahmen von der mit Trümmern und Granatsplittern übersäten Gegend.

Das in der Akte enthaltene Beweismaterial besteht größtenteils aus Aufnahmen toter und schwerverletzter syrischer Zivilisten, Video-Interviews mit Bewohnern des Viertels sowie Bildern und Videos vom Angriffsort, einschließlich Luftaufnahmen.
In der Akte kommen auch Ärzte zu Wort, die “feststellten, dass die verwendeten Waffen Massenvernichtungswaffen waren und Chlorgas enthielten”.

“Anadolu Agentur-Reporter Abdurrauf Kantar, der als Erster in Khan Sheikhun ankam, war dem giftigen Gas ausgesetzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden”, heißt es in dem Bericht.

Wie in einem am vierten Jahrestag des Angriffs auf Ost-Ghouta vom Syrischen Menschenrechtsnetzwerk SNHR am vergangenen Montag veröffentlichten Bericht zu lesen ist, hat das Assad-Regime seit dem ersten Chemiewaffenangriff im Bezirk al-Bayada der ebenfalls westsyrischen Provinz Homs am 23. Dezember 2012insgesamt 207 solcher Einsätze durchgeführt.

So wurden am 21. August 2013 bei einem Angriff mit Chemiewaffen in Ost-Ghouta mehr als 1.400 Zivilisten getötet und über 10.000 verletzt, darunter Frauen und Kinder.

Laut dem SNHR-Bericht führte das Regime seit dem Angriff auf Khan Sheikhun vom vergangenen April mindestens fünf weitere chemische Angriffe durch.

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