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Völkermord in Srebrenica
Srebrenica-Massaker: Beisetzung weiterer 70 Opfer am 22. Jahrestag

Etwa 70 weitere identifizierte Opfer des Völkermords von Srebrenica sollen am 11. Juli, dem 22. Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, bestattet werden.

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(Foto:_AA)

Belgrad (nex) – Etwa 70 weitere identifizierte Opfer des Völkermords von Srebrenica sollen am 11. Juli, dem 22. Jahrestag des schlimmsten Massakers in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg, bestattet werden.

Die Leichname der Opfer seien nach Angaben des „Instituts für vermisste Personen in Bosnien und Herzegowina“ aus Massengräbern im ostbosnischen Dorf Potocari, etwa 6 Kilometer nordwestlich von Srebrenica, exhumiert worden.

Sieben der zu beerdigenden Opfer seien bei ihrer Ermordung unter 18 Jahre alt gewesen.

Damir Suljic war mit seinen 15 Jahren das jüngste Opfer, und Alija Salihovic war 72, als sie ermordet wurde.

In der Erklärung des Instituts heißt es, dass zum diesjährigen Gedenktag nicht mehr als 70 Opfer identifiziert worden seien.

Wenn aber die Familien der zuvor identifizierten Opfer dem Institut ihr Einverständnis “zur Vollendung des Prozesses” gegeben hätten, wäre die Zahl der in diesem Jahr zu bestattenden Opfer gestiegen, so das “Institut Institut für vermisste Personen in Bosnien und Herzegowina” weiter.

Die meisten exhumierten Leichen aus den Massengräbern sind nach Jahren der Untersuchungen und Ausgrabungen nicht mehr vollständig. Deshalb warten einige Familien darauf, dass mehr Leichenteile geborgen werden, bevor sie ihre Angehörigen beerdigen.

Serbische Milizen versuchten damals, Territorien an sich zu reißen, die von bosnischen Muslimen und Kroaten bevölkert waren, und dort einen eigenen Staat zu gründen. Der UN-Weltsicherheitsrat hatte Srebrenica im Frühjahr 1993 zu einer „Schutzzone“ erklärt. Dennoch überrannten serbische Truppen unter der Führung des Generals Ratko Mladic – der derzeit in Den Haag wegen des Verdachts des Völkermordes vor Gericht steht – die UN-Zone.

Die etwa 450 niederländischen Soldaten, deren Aufgabe es gewesen wäre, als UN-Friedenserhalter unschuldige Zivilisten zu schützen, unternahmen nichts gegen die Aggression. Nach der Einnahme der Zone töteten die serbischen Invasoren an einem einzigen Tag, dem 11. Juli 1995, etwa 2000 Männer und Knaben. Etwa 15 000 Männer flohen daraufhin in die Berge rund um die Stadt, die serbischen Truppen verfolgten sie jedoch und töteten weitere 6000 von ihnen.

 

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