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Kommentar: Wer kontrolliert die deutschen Leitmedien?  

"Es gibt in Deutschland mittlerweile ein Monopol der deutschen Leitmedien, Zyniker sprechen auch oft von einer Diktatur der deutschen Leitmedien in einem totalitären Mediensystem." Ein Kommentar.

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(Symbolfoto: pixa)

Von M.Teyfik Özcan

Es gibt in Deutschland mittlerweile ein Monopol der deutschen Leitmedien, Zyniker sprechen auch oft von einer Diktatur der deutschen Leitmedien in einem totalitären Mediensystem. Zu den Protagonisten dieser gleichgeschalteten Medien gehören u.a. der Axel Springer Verlag mit seinen Flaggschiffen Bild, Bild am Sonntag und Welt, der Bertelsmann Konzern u.a. mit Spiegel, Stern und RTL, des Weiteren der Boulevard-Verlag Burda mit Gala, Bunte und dem CSU-nahem Focus. Alle dieser Medien Häuser haben eine Doktrin gemein: Sie müssen bei ihrer Indoktrination jegliche journalistische Objektivität und Neutralität zugunsten einer proamerikanischen Berichterstattung aufgeben und damit die Tugenden des Qualitätsjournalismus aufgeben.

Dieser Sachverhalt zieht sich seit Jahrzehnten wie ein roter Faden durch die deutschen Leitmedien und leider auch durch Teile der Öffentlich-Rechtlichen-Anstalten, wobei die Letzteren auch noch durch unsere GEZ Gebühren finanziert werden. Diese tendenziöse bzw. manipulative Nachrichtenschwemme suggeriert dem Leser eine Scheinwelt mit dramatischen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben. 

Durch die nachhaltige Interventionspolitik der Amerikaner wurden in den letzten 16 Jahren mehr als 2.000.000 Menschen unter den Augen der Weltgemeinschaft in Afghanistan, Irak, Syrien, Jemen, Libyen, Somalia und Sudan getötet. Über 50.000.000 (mit Binnenflüchtlingen) Menschen mussten ihre Heimat verlassen.

Eine große Anzahl von Frauen verdingen sich notgedrungen in diesen Ländern als Prostituierte, ferner werden elternlose Waisenkinder entführt und an die Organmafia weiterverkauft. Und was berichten die deutschen Medien in Deutschland? Schweigen, Beschwichtigen oder das mündige Volk wird mit Nebensächlichkeiten wie dem Dschungelcamp bei Laune gehalten. Das erste Opfer eines Krieges ist bedauerlicherweise immer die Wahrheit.

Anstatt die Politiker zur Rechenschaft zu ziehen, wird in Deutschland vornehmlich geschwiegen, verharmlost oder die Kriegsrealität wird einfach nur geleugnet. Es tut in der Seele weh, dass diese Politiker auch noch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden.

Es gehört zu den grundlegenden Aufgaben der deutschen Leitmedien, die Deutungshoheit – im Interesse Deutschlands – für sich in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich finden wir eine Gleichschaltung und eine kollektive Ignoranz gegenüber der Ungerechtigkeit, wie wir sie seit dem Dritten Reich nicht mehr kennen.

Zu den weiteren Aufgaben der Medien gehört es, die oftmals als vierte Macht in einer Demokratie bezeichnet werden, die anderen drei Mächte zu kontrollieren und dem Souverän bei der Wahrheitsfindung beiseitezustehen. Leider müssen wir aber eine ernstzunehmende Dekadenz der deutschen Leitmedien konstatieren. Journalisten sind per se subjektiv, auch wenn sie eine angeblich objektive Berichterstattung vortäuschen.

Aber wer kontrolliert die deutschen Leitmedien?

Die Führung der deutschen Leitmedien obliegt teilweise neben der „Atlantik-Brücke“ mit ihren diversen Derivaten, den Informationslieferanten der großen Nachrichtenagenturen „Reuters“ und „dpa“, die wiederum sehr enge Beziehungen zu amerikanischen Diensten und Organisationen pflegen.

Das ist vordergründig nicht das Problem. Das grundlegende Problem ist die Monopolstellung der deutschen Leitmedien. Was dpa vorgibt, wird unreflektiert übernommen und bestimmt den Mainstream. Auch bei der Ausdrucksweise, die in ihrer subtilen Art unsere Meinungsbildung steuern kann, ist dpa ein zentraler Faktor, wenn nicht sogar die Steuerungszentrale in Deutschland.

Es ist auch mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass das amerikanische Verteidigungsministerium über 27.000 Mitarbeiter beschäftigt, ausgestattet mit einem jährlichen Budget von über 4,7 Mrd. Dollar, um die Kriegstreiberei der amerikanischen Administration medial schönzureden und durch die manipulative Berichterstattung die Deutungshoheit zu gewinnen, um die emotionale und moralische Grundeinstellung der Menschen weltweit nachzujustieren.

Fakten, alternative Fakten, präfaktisch, postfaktisch, Fake News, wahre Welt, Parallelwelt, Scheinwelt, abstrakte Welt – und wir mittendrin. Früher wurden Nachrichten, mit einer gewissen Naivität geistig aufgesaugt, und man konnte einigermaßen eine qualitative Einteilung und Zuordnung der Nachrichten vornehmen. Heute beeinflussen Suggestivnews mit ihrer Wirkung massiv unsere Entscheidungsfindung. Massenmörder werden wie Helden verehrt, Putschisten sind angenehme Gesprächspartner, Terroristen, die auf der richtigen Seite der Mächte stehen, werden als mutige Kämpfer mit Idealen verharmlost, und demokratisch gewählte Präsidenten, die sich nicht dem Diktat der Medien unterwerfen, als Diktatoren, Despoten und Tyrannen tituliert, und zwar mit der Intention, eine Grundlage für eine spätere Rechtfertigung zu legen.

Um dieser medialen Hexenjagd zu entgehen und eine menschenwürdige Haltung an den Tag zu legen, empfiehlt es sich bei der Meinungsbildung, sich unabhängiger Quellen zu bedienen. Das sind wir unserer Nachwelt schuldig. Es soll später kein Mensch sagen: „Wir haben es nicht gewusst!“

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Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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