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Türkei: Eheschließungen mit Syrerinnen steigen um 82 Prozent

Die Zahl syrischer Frauen, die türkische Männer heiraten, ist zwischen 2015 und 2016 um 82 Prozent gestiegen. Dies hat das Statistikinstitut der Türkei, TurkStat, bekannt gegeben.

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(Foto: AA)

Ankara (nex) – Die Zahl syrischer Frauen, die türkische Männer heiraten, ist zwischen 2015 und 2016 um 82 Prozent gestiegen. Dies hat das Statistikinstitut der Türkei, TurkStat, am Donnerstag bekannt gegeben.

So hätten im vergangenen Jahr 6.495 Syrerinnen türkische Männer geheiratet. 2015 lag diese Zahl laut TurkStat noch bei 3.569. Insgesamt habe die Zahl binationaler Ehen zwischen 2015 und 2016 um 17,8 Prozent zugenommen, unter denen jene mit ausländischen Partnerinnen wiederum um 20 Prozent zugelegt hätten.

Die Gesamtzahl der Eheschließungen in der Türkei sei im vergangenen Jahr auf 594.493 gestiegen. Die Zahl der Eheschließungen mit einer ausländischen Partnerin lag laut TurkStat bei 22.583. Ausländische Bräutigame hingegen gab es im vergangenen Jahr lediglich 3.777, was einen Anstieg von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2015 bedeutet. 377 dieser Männer stammten aus Syrien.

Dem türkischen Gesundheitsministerium zufolge sind in der Türkei zwischen April 2011 und September 2016 177.568 syrische Babys zur Welt gekommen.

Die Türkei beherbergt bereits etwa drei Millionen syrische Flüchtlinge, die vor dem blutigen Bürgerkrieg in ihrem geflohen sind und habe offiziellen Angaben zufolge für deren Unterstützung und Unterbringung bislang 25 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die von der internationalen Gemeinschaft für die Flüchtlinge erhaltene Hilfe betrage derzeit 612 Millionen US-Dollar, so die türkische Katastrophenschutzbehörde AFAD.

Über eine Million der Geflüchteten seien laut AFAD Kinder, somit sei die Türkei das Land mit den meisten Flüchtlingskindern.

Zur Verantwortung für diese Kinder gehöre nicht nur die Bereitstellung von Unterkünften, sondern auch die Gesundheitsversorgung sowie Bildung und andere Dienstleistungen, so die Behörde weiter. Die AFAD wies darauf hin, dass sie schwangeren und stillenden Flüchtlingsfrauen in Mutter-Kind-Gesundheitszentren im ganzen Land spezielle Mahlzeiten anbiete.

Die Zusammenarbeit des türkischen Bildungsministeriums und der AFAD gewähre 310.000 Kindern im Kindergarten- beziehungsweise Teenageralter die Möglichkeit, von der Straße zu kommen und die Schule zu besuchen, heißt es weiter. Des Weiteren hätten 115.000 syrische Erwachsene im Rahmen verschiedener in AFAD-Zentren angebotener Zertifikationsprogramme beschäftigungsrelevante Fähigkeiten erworben. Frauen hätten an Wahlen der Gemeindevorsteher teilgenommen und seien an der Leitung von Flüchtlingsunterkünften beteiligt, erklärte die Behörde.

Syrien befindet sich seit Anfang 2011, als Baschar al-Assads Regime Demonstrationen für Demokratie mit unerwarteter Brutalität niederschlug, in einem grausamen Bürgerkrieg. Diese waren im Zuge der Aufstände des arabischen Frühlings entstanden. Das Syrian Center for Policy Research, eine in Beirut ansässige NGO, hat die Zal der Todesopfer für den bereits sechs Jahre andauernden Konflikt mit mehr als 470 000 angegeben.

 

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