Start Panorama Ausland Ecuador Maybeline Thoraya Boraei Alvarez: Erste muslimische Militärpilotin Lateinamerikas

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Maybeline Thoraya Boraei Alvarez: Erste muslimische Militärpilotin Lateinamerikas

„Ich dachte bei mir, ‚Okay, mein Glaube ist wichtiger als mein Ziel, wenn sie mich nicht nehmen, wähle ich einen anderen Weg‘ – und dann öffneten sich mir alle Türen“, erzählte die junge Frau in einem Interview.

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(Foto: AA)

Quito, ECUADOR (nex) – Eine Militärpilotin in Ecuador sagt, sie sei die erste und einzige Muslimin, die bei der Luftwaffe eines lateinamerikanischen Staates arbeite.

„Ich arbeite bei der ecuadorianischen Luftwaffe, und vor mir gab es noch nie eine muslimische Frau, die bei der Luftwaffe eines lateinamerikanischen Landes gearbeitet hat“, erklärte Maybeline Thoraya Boraei Alvarez gegenüber der englischsprachigen Nachrichtenagentur Anadolu.

Boarei Alvarez, deren Vater Muhammad Boraei aus Ägypten stammt, ist bereits seit mehreren Jahren bei der ecuadorianischen Luftwaffe angestellt.

Ihre Mutter und ihre beiden Geschwister seien ebenfalls Muslime, so die junge Frau weiter.

„Alle meine Freunde wissen, dass ich Muslimin bin und respektieren es“, unterstrich sie und fügte hinzu: „Es macht mich stolz, dass einige von ihnen sich mittlerweile mit dem Islam beschäftigen.“

Als sie sich bei der Luftwaffe beworben und ihre Religionszugehörigkeit angegeben habe, sei der Auswahlausschuss überrascht und etwas besorgt gewesen, so die 25-Jährige.

„Ich dachte bei mir, ‚Okay, mein Glaube ist wichtiger als mein Ziel, wenn sie mich nicht nehmen, wähle ich einen anderen Weg‘ – und dann öffneten sich mir alle Türen“, erzählte sie.

Die erste Zeit war mit einigen Herausforderungen verbunden: Die junge Frau verlor unter den sorgevollen Blicken ihrer Vorgesetzten zehn Kilogramm Gewicht, da es kein islamkonformes Essen gab und sie ausschließlich Wasser trank. Mittlerweile wird ihr eine alternative Mahlzeit angeboten. Auch ihre Arbeitszeiten wurden angepasst, sodass sie ihre Gebete rechtzeitig verrichten kann.

Boraei Alvarez beschwerte sich im Gespräch über das negative Bild vom Islam, das extremistischen Gruppen zu verdanken sei: „Wir sollten als Geschwister vereint unsere Religion verteidigen“.

Ihr langfristiges Ziel hat es in sich: Sie möchte die Verteidigungsministerin Ecuadors werden.

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