Start Panorama Ausland Israel Gaza: Palästinenser trauern auch nach 14 Jahren um US-Aktivistin Rachel Corrie

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Gaza: Palästinenser trauern auch nach 14 Jahren um US-Aktivistin Rachel Corrie

Vierzehn Jahre nachdem ihre Tochter durch eine israelische Planierraupe zu Tode gekommen ist, halten Rachel Corries Eltern die Erinnerung an sie als einen Menschen, der der Welt einen Einblick in die fürsorgliche Natur der US-Amerikaner gegeben hat, aufrecht.

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(Foto: AA)

Gaza (nex) – Vierzehn Jahre nachdem ihre Tochter durch eine israelische Planierraupe zu Tode gekommen ist, halten Rachel Corries Eltern die Erinnerung an sie als einen Menschen, der der Welt einen Einblick in die fürsorgliche Natur der US-Amerikaner gegeben hat, aufrecht.

“Viele Menschen auf der Welt erinnern sich an Rachel als ein Beispiel für eine US-Amerikanerin, die eine andere Wahrnehmung von uns vermittelt als unsere Außenpolitik Sie glauben machen möchte, was alle Amerikaner fühlten“, erklärt Rachels Vater Craig in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Anadolu. „Ich bin glücklich, dass man sich so an sie erinnert.“

Mit 23 Jahren ging Rachel im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts zwischen ihrer Heimatstadt Olympia und Rafah zum Gazastreifen. Das war im Januar 2003. Keine zwei Monate später wurde sie bei dem Versuch, ein palästinensisches Haus in Rafah vor der illegalen Zerstörung zu schützen, am 16. März 2003, getötet.

Israel hat bis heute die Verantwortung für ihren Tod nicht übernommen

Rachel machte ihren Abschluss an der Capital High School in ihrem Heimatort Olympia und nahm ein Studium in derselben Stadt am Evergreen State College auf, wo sie sich den Olympioniken für Frieden und Solidarität anschloss und schließlich nach Gaza ging.

„Sie wollte lernen, wie man sich mit Menschen, die tage-, monate-, jahrelang unterdrückt werden, solidarisch zeigen kann“, erklärt die Mutter Cindy. Die 69-Jährige ist Musikerin.

Am Tag ihres Todes befand sich Rachel in der Aktivistengruppe Internationale Solidaritätsbewegung (ISM), die sich gegen Hauszerstörungen in palästinensischen Gebieten wandte.

Rachel kniete vor einer gepanzerten Planierraupe, um das Haus eines Apothekers vor der Zerstörung zu bewahren, und wurde von dem Panzerfahrzeug überrollt. Sie wurde von ISM-Mitgliedern ins Krankenhaus gebracht, verstarb jedoch kurz danach.

Der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hatte zuverlässige transparente Ermittlungen versprochen. „Unsere Regierung sagt, dass dies nie geschehen ist“, erklärt der Vater, der Versicherungsangestellter ist, Anadolu. Die Eltern kämpften jahrelang darum, die Verantwortlichen für den Tod ihrer Tochter zur Rechenschaft zu ziehen. 2012 urteilte ein Gericht in Haifa, dass Rachel Corries Tod als Unfall einzustufen ist. 2015 entschied das Oberste Gericht, den Staat Israel treffe keine Schuld am Tod von Rachel Corrie.

Die Eltern, die die Rachel Corrie Foundation for Peace and Justice gegründet haben, glauben jedoch, dass der Gerichtsprozess die Probleme innerhalb der Regierung und des Militärs von Israel ans Tageslicht gebracht habe. Der Fall habe auch die Rolle der israelischen Gerichte als Unterstützer der Besatzung enthüllt, so der Vater weiter.

„Es wird mir nichts bringen, einen Panzerfahrer hinter Gitter zu bringen, denn der Panzerfahrer ist natürlich das Instrument, das kaum mehr Verantwortung trägt als der Panzer selbst“, fügte er hinzu.

Es sei eine ganze Befehlskette, innerhalb derer dieses Militär operiere und das wolle er ändern, so Craig Corrie weiter. Ein in dieser Woche veröffentlichte UN-Bericht bezichtigt Israel, wie ein „Apartheidsregime“ zu handeln. Craid Corrie sieht hierin eine gute Möglichkeit, „mit dem Lernen anzufangen“.

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