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Newsportal NEX24 stellt nach Tobias Huch-Aufrufen Dienst ein

Nach vielen Jahren wird das Nachrichtenportal NEX24 seinen Dienst einstellen. Der Herausgeber sieht in Anbetracht zunehmend exzessiver Terrordrohungen und Einschüchterungsversuche die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Familie gefährdet.

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YPG-Fan FDP-Mitglied Tobias Huch (Foto: bijikurdistan.tumblr.com)

Dortmund (nex) – Nach über zwei Jahren des Bestehens wird das Internetportal NEX24 seine Aktivitäten einstellen. Dies teilte der Herausgeber des Mediums, Karaburan, am Dienstag mit.

Grund für den Schritt seien wiederholte und eskalierende Drohungen, die gegen ihn gerichtet wurden und die mutmaßlich aus dem Umfeld der terroristischen PKK stammen. “Ich habe Angst um die Sicherheit und die körperliche Integrität meiner Familie und der Mitarbeiter”, machte Karaburan deutlich und fügte hinzu:

“Und die Terroristen sowie deren Symphatisanten beweisen ja bereits in der Türkei, aber auch in Deutschland und Europa Tag für Tag, dass ihnen selbst das Leben Unbeteiligter nichts bedeutet. Mein Vertrauen in die deutsche Exekutive und Justiz und deren Fähigkeit und Wille, meine Familie zu schützen, ist außerdem zu gering, um das noch weiter verantworten zu können.”

Zuletzt, so Karaburan, sei er mit einem Granatenangriff bedroht worden, sollten die Urheber der Drohung den genauen Sitz der Redaktion herausbekommen (Original E-Mail liegt der Redaktion vor). Neben Politikern der SPD, Linken und Grünen hat sich auch der vermeintlich liberale FDP-Politiker Tobias Huch als Agitator gegen NEX24 hervorgetan. Zu extremistischen Kurdenorganisationen verbindet ihn seit Jahren ein von Sympathie geprägtes Naheverhältnis. “Teils durch die Anstachelung potenzieller Terroristen, teils durch Aufruf zu Sabotageaktionen und willkürliche Klagen anderer PKK-naher Politiker (SPD) gegen das Portal wurde die Arbeit weiter erschwert. Sogar deutsche Politiker machen sich aus freien Stücken zum willigen Vollstrecker der PKK-Einschüchterungsstrategie”, heißt es aus der Redaktion.

“Die Pressefreiheit ist einigen deutschen Politikern offenbar nur so lange ein Anliegen, wie diese in einem ihnen genehmen Sinne ausgeübt wird. Ein tatsächlich unabhängiges Portal hingegen hat in Deutschland Folgendes zu erwarten: Aufrufe in den sozialen Medien, es zu melden oder zu blockieren, Unterlassungserklärungen und Klagen von Anwälten und den damit verbundenen hohen Kosten. Und natürlich immer exzessivere Gewaltdrohungen aufgehetzter Extremisten.”

NEX24 habe sich stets als unabhängiges, überparteiliches Medium verstanden, dessen Leserschaft schwerpunktmäßig in der türkischen Einwanderercommunity angesiedelt gewesen sei und das deshalb auch einen starken Fokus in dieser Richtung gehabt habe.



“Wir saßen damit immer zwischen den Stühlen”, machte der Herausgeber von NEX24 deutlich. “Jeder fühlte sich irgendwann durch etwas auf den Schlips getreten. Aus allen politischen Lagern der Türkei, von den Republikanern über die AKP bis hin zu den Grauen Wölfen und Idealisten kam immer wieder zum Teil scharfe Kritik. Aber PKK-Terroristen sind da ein anderes Kaliber. Diese Leute sind hungrig nach Gewalt und kennen kein Gewissen. Deshalb sollte man damit nicht spaßen.”

Die Redaktion von NEX24 will sich bei ihren Lesern dennoch für eine tolle Zeit bedanken und sich dafür entschuldigen, dass sie das Projekt in dieser Form nicht mehr weiterführen kann. “Es ist ein bedauerlicher Verlust für die Medienvielfalt und für die Landschaft der deutschen Alternativmedien”, erklärte ein weiterer Redakteur.

Die Einseitigkeit und Parteilichkeit der Mainstreammedien in Deutschland mache eher mehr als weniger Stimmen einer Gegenöffentlichkeit erforderlich. Auch Facebook selbst habe durch Einschränkungen regelmäßig dafür gesorgt, dass die Reichweite von NEX24 nur unter hohem Aufwand ausgeweitet werden konnte. So sei NEX24 seit den Boykottaufrufen Tobias Huchs und anderer deutscher Politiker nicht mehr automatisch in den Neuigkeiten angezeigt worden, so Karaburan. Ein Zusammenhang mit Zensurbestrebungen vonseiten der deutschen Regierung sei aber auszuschließen.

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