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Mit dem Rauchen aufhören und die Kosten von der Steuer absetzen

Endlich Nichtraucher werden! Das ist für viele Menschen immer noch einer der wichtigsten Vorsätze zum neuen Jahr. Was die Wenigsten wissen: Die Kosten für die Rauchentwöhnung lassen sich unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen.

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(Foto: pixa)

Neustadt a. d. W. (nex) – Endlich Nichtraucher werden! Das ist für viele Menschen immer noch einer der wichtigsten Vorsätze zum neuen Jahr. Was die Wenigsten wissen: Die Kosten für die Rauchentwöhnung lassen sich unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen.

Jeder vierte Erwachsene raucht – etwa jeder dritte Mann und jede fünfte Frau, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) in seinem „Tabakatlas Deutschland 2015“ dokumentiert. Demzufolge sinkt vor allem bei den 12- bis 17- sowie 18- bis 25-Jährigen die Anzahl derer, die zur echten Zigarette greifen; gleichzeitig steigt bei den Jugendlichen allerdings der Konsum von elektronischen Inhalationsprodukten.

Nikotinpflaster & Co. von der Steuer absetzen: die Bedingungen

Wer mit dem Rauchen aufhören will, dem empfiehlt das dkfz eine Verhaltenstherapie, ergänzt durch Nikotinersatzprodukte.

Ob Verhaltenstherapie, Nikotinpflaster, Akupunktur oder Hypnose – von der Steuer absetzbar sind die Kosten für diese und ähnliche Rauchentwöhnungsmethoden unter folgenden Bedingungen:

– Die Kosten werden von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse nicht übernommen. – Der Raucher kann ein ärztliches bzw. amtsärztliches Attest über seine Nikotinsucht vorweisen.

Gut zu wissen: Für verschriebene Arzneimittel, die nicht von der Krankenkasse ersetzt bzw. bezahlt werden, reicht ein Attest vom Haus- bzw. Facharzt. Für therapeutische Behandlungen, die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder Heilkuren muss der Amtsarzt oder der Medizinische Dienst die Notwendigkeit bestätigen.

Diese Kosten lassen sich absetzen

Bereits 1966 entschied der Bundesfinanzhof, dass Ausgaben zur Heilung gesundheitlicher und seelischer Schäden infolge des Missbrauches von Suchtmitteln als außergewöhnliche Belastung gelten (BFH, VI R 108/66). Seither können auch therapeutische Maßnahmen, die zur Heilung einer Sucht nötig sind, als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden – so auch zur Bekämpfung der Nikotinsucht. Dazu zählen zum Beispiel:

– Arzt-, Heilpraktiker- und Krankenhauskosten – Psychotherapeutische Behandlungen
– Verschriebene Arzneimittel – Nicht rezeptpflichtige Mittel wie Nikotinpflaster
– Fahrtkosten zum Arzt mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer – Kosten für den Besuch einer Selbsthilfegruppe, wenn die Teilnahme aus ärztlicher Sicht erforderlich ist (BFH, III R 208/81). – Ausgaben für Heilkuren – allerdings nur dann, wenn es sich um unmittelbare Krankheitskosten handelt, die Kur also zur Heilung und Linderung der Sucht notwendig ist und eine andere Behandlung nicht oder kaum Erfolg verspricht.

Falls ein Raucher Kosten absetzen will, wofür ein Attest nötig ist, sollte er zunächst das Attest einholen, erst dann Geld für die entsprechende Maßnahme ausgeben und schließlich beides – Attest und Rechnung – der Steuererklärung beilegen.

Über die VLH

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) ist mit mehr als 900.000 Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Die VLH stellt außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater: Von drei zertifizierten Beratern aller Lohnsteuerhilfevereine sind zwei von der VLH. Gegründet im Jahr 1972, erstellt die VLH für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärungen im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

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