Start Politik Deutschland Arbeitspolitik Grüne fordern Ende der „Schnellvermittlung“ von Arbeitslosen

Arbeitspolitik
Grüne fordern Ende der „Schnellvermittlung“ von Arbeitslosen

"Leiharbeit nur ein Durchlauferhitzer" - Arbeitsmarktexpertin: Besser in Qualifizierung investieren.

TEILEN
(Foto: Ertem)

Osnabrück (nex) – Die Grünen haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter aufgefordert, Arbeitslose in nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln.

Schnelle Vermittlung in Leiharbeit helfe den Betroffenen nicht, kritisierte die Grünen-Arbeitsmarktmarktexpertin Brigitte Pothmer in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Sie verwies auf die Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage. Danach vermitteln Arbeitsagenturen und Jobcenter jeden dritten Arbeitslosen in Leiharbeit, obwohl insgesamt nur knapp drei Prozent aller Beschäftigten in dieser Branche arbeiten.

„Dieses Verfahren wirkt allenfalls als Durchlauferhitzer. Man ist schnell drin, aber genauso schnell auch wieder draußen“, beanstandete Pothmer. Es müsse mehr in die Qualifizierung von Arbeitslosen investiert werden. Das sei im Gegensatz zur Leiharbeit ein „echtes Nachhaltigkeitsprogramm“ für die Chancen von Arbeitslosen.

Die Bundestagsabgeordnete wies darauf hin, dass die Bundesagentur für Arbeit nach harscher Kritik des Bundesrechnungshofes im Jahr 2013 Besserung gelobt und leichte Korrekturen an der Praxis der schnellen Vermittlung in Leiharbeit vorgenommen habe. Diese hätten aber offensichtlich nicht ausgereicht.

Facebook Kommentare

TEILEN