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Colonia Dignidad
Deutsche Kolonie: Sektenarzt Hopp streitet Beteiligung an Mord und Missbrauch ab

Sechs Jahre nach seiner Flucht aus Chile spricht der "Sektenarzt" der berüchtigten Colonia Dignidad erstmals öffentlich über Folter, Vergewaltigung und Mord in der religiösen deutschen Kolonie.

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(Foto: Youtube)

Düsseldorf (nex) – Sechs Jahre nach seiner Flucht aus Chile spricht der „Sektenarzt“ der berüchtigten Colonia Dignidad erstmals öffentlich über Folter, Vergewaltigung und Mord in der religiösen deutschen Kolonie.

Im Exklusiv-Interview mit der Westdeutschen Zeitung (Samstag, 28. Januar 2017) streitet Hartmut Hopp (72) jede persönliche Beteiligung an Mord und Missbrauch ab.

„Rückblickend muss ich sagen, dass ich mich mitschuldig gemacht habe, nicht jedoch in tatsächlicher und somit juristischer Hinsicht“, so der heute 72-Jährige. 2011 hatte ein chilenisches Gericht Hopp wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft fordert vor dem Landgericht Krefeld, die Strafe in Deutschland zu vollstrecken.

Von den „perversen Praktiken“ des Sektengründers Paul Schäfer will Hopp erst 2002 durch Eltern und misshandelte Jugendliche selbst erfahren haben. Auch Folterungen mit Elektroschocks und Psychopharmaka im von ihm geleiteten Krankenhaus der Sekte seien hinter seinem Rücken angeordnet worden.

„Ja, ich habe es geahnt und ich habe Anzeichen gesehen, aber ich konnte und wollte nicht nachforschen“, so Hopp, der im Interview seinerseits Vorwürfe gegen deutsche Behörden erhebt. Mindestens von Ende der 60er bis Ende der 70er Jahre habe die Deutsche Botschaft mit der „Colonia“ kooperiert, das Auswärtige Amt 1988 eine Bundestags-Untersuchung „absolut boykottiert“.

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