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Türkischer Minister zu IS-Horrorvideo: „Mir liegen keine detaillierten Informationen vor“

Mitglieder der türkischen Regierung haben erste Erklärungen zu den grausamen, zu Propagandazwecken veröffentlichten Aufnahmen der Terrororganisation IS abgegeben.

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(Foto: Insanhaber/Screenshot)

Urla (nex) – Mitglieder der türkischen Regierung haben erste Erklärungen zu den grausamen, zu Propagandazwecken veröffentlichten Aufnahmen der Terrororganisation IS abgegeben. Der Tenor der Statements lautet, dass die Echtheit der Aufnahmen und die Identität der Personen noch nicht bestätigt worden seien.

„Mir liegen keine detaillierten Informationen vor“, erklärte Entwicklungsminister Lütfi Elvan zu den Behauptungen in den sozialen Medien, der IS (Daesh) habe zwei türkische Soldaten verbrannt, und fügte hinzu: „Wie Sie wissen, können vor allem in der virtuellen Welt viele Manipulationen stattfinden. Es wäre nicht richtig, sich zum Thema zu äußern, ohne eine Erklärung der türkischen Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums abzuwarten.“

Verteidigungsminister Fikri Isik hat erklärt, dass sich drei Soldaten in den Händen des IS (Daesh) befänden. Alle anderen Informationen bedürften der Verifizierung. „Wir sagen, dass nicht verifizierten Informationen kein Glauben geschenkt werden sollte“, warnte er.

„Fethi Sahin war kein Soldat, sondern beim IS“

Medienberichten zufolge soll es sich bei einer der beiden Personen um den seit dem 1. September 2015 vom IS (Daesh) als Geisel gehaltenen 22-jährigen Sefter Tas aus der osttürkischen Provinz Igdir handele. Die zweite Person soll der 26-jährige Fethi Sahin aus der zentralanatolischen Provinz Konya sein. Sahins Familie gebe an, dass er kein Soldat sei und sich vor Jahren dem IS (Daesh) angeschlossen habe.

Sahins Familie habe sich, nachdem sie die Aufnahmen im Internet gesehen habe, beim Gendarmeriekommando Cumra in der Provinz Konya gemeldet und eine Aussage gemacht.

Sahin habe sich vor einem Monat mit einem Hilferuf an seinen Vater gewendet. „Er pflegte, damit zu prahlen, ‚ein Verteidiger des Islams‘ zu ein“, berichtet ein Familienangehöriger. In den vergangenen drei Jahren hat ihn kaum einer richtig gesehen. Vor einem Monat soll er sich bei seinem Vater gemeldet und gesagt haben: ‚Ich bereue es, rettet mich von hier.‘ Doch sein Vater konnte wohl nichts tun.“ Freunde aus seiner Schulzeit berichteten, so heißt es weiter, Sahin habe „Gras geraucht  und war auf Ärger aus“.

„Wir haben bisher noch keine Erklärung vonseiten der Behörden erhalten“

(Foto: IHA)

Der Vater des Soldaten Sefter Tas hat sich ebenfalls zu den Aufnahmen geäußert.

Sie wollten nicht glauben, dass ihr Sohn getötet worden sei, sagte er gegenüber türkischen Medien und fügte hinzu: „Als wir von den Videos erfuhren, wollten wir es nicht glauben. Viele haben uns davon erzählt, aber wir haben gesagt, dass das sicherlich nicht stimmt. Sefters Mutter und Geschwister haben einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Die Mutter ist noch immer nicht ansprechbar. Es geht ihnen sehr schlecht. Wir sind am Ende. Wir denken immer noch, dass er nicht tot ist. Wir beten. Um die Wahrheit zu erfahren, haben wir uns auf den Weg zu Gendarmerie in Aralik gemacht. Wir möchten uns bei ihnen informieren. Bis jetzt haben wir noch keine offizielle Benachrichtigung erhalten.“

Der 22-jährige Sefter Tas, der seinen Militärdienst bei der Mehmet Hudut-Polizeistation in der Provinz Kilis ableistete, wurde am 1. September 2015 vom IS (Daesh) entführt.  Seitdem gab es keine Nachricht über den jungen Soldaten.


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