Start Politik Ausland Syrien Türkischer Außenminister: Barbarei in Aleppo ist einmalig in der Geschichte

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Türkischer Außenminister: Barbarei in Aleppo ist einmalig in der Geschichte

Zivilisten müssten verhungern, da humanitäre Hilfe nicht geleistet werden dürfe, sagte der türkische Außenminister Cavusoglu und fügte hinzu: „Die Barbarei, deren Zeugen wir gegenwärtig in Aleppo sind, ist bisher einmalig in der Geschichte.“

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(Foto: AA)

Istanbul (nex) – Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu und türkische Geheimdienstmitarbeiter sollen am morgigen Mittwoch mit ihren russischen Amtskollegen zusammenkommen, um die Situation in der nordsyrischen Stadt Aleppo zu erörtern. Über 150.000 Zivilisten sind in den von der Opposition kontrollierten Stadtteilen eingekesselt und den pausenlosen Angriffen, Luftschlägen und Bombardements des Assad-Regimes ausgesetzt.

Ein hochrangiger türkischer Regierungsvertreter, der mit der Nachrichtenagentur Reuters sprach, gab an, dass Ankara mit den USA, Iran, Russland, der EU und den Golfstaaten daran arbeite, die Evakuierung der Zivilisten aus Aleppo zu unterstützen.

Der türkische Außenminister Cavusoglu bestätigte am heutigen Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Ankara mit seinem tschechischen Amtskollegen Lubomír Zaorálek, dass die Türkei mit allen beteiligten Parteien Gespräche über Syrien führe.

„Es ist eine Feuerpause in Aleppo erforderlich, um die Zivilbevölkerung zu evakuieren“, erklärte er und fügte hinzu, dass das syrische Regime explizit Zivilisten ins Visier nehme: „Es wurden gezielt Krankenhäuser in Aleppo mit Luftschlägen angegriffen, um die Behandlung von Verletzten zu verhindern.“ Zivilisten müssten verhungern, da humanitäre Hilfe nicht geleistet werden dürfe, so Cavusoglu weiter, „Die Barbarei, deren Zeugen wir gegenwärtig in Aleppo sind, ist bisher einmalig in der Geschichte.“

Die jüngste Aleppo-Initiative der Türkei kam nach drei Telefonaten des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über Aleppo und die Region zustande. Türkische und iranische Regierungsvertreter kamen bislang zweimal zusammen, um die Situation in Aleppo zu erörtern. Zudem gab es Treffen mit den USA, der EU und den Golfstaaten.

Die Freie Syrische Armee (FSA) hat durch die von türkischen Streitkräften unterstützte Militäroperation „Schutzschild Euphrat“ ein Gebiet etwa 30 Kilometer nordöstlich von Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr nächstes Ziel ist die Vertreibung der IS (Daesh)-Terroristen aus der nordwestsyrischen Stadt al-Bab.

Details über das geplante Treffen wurden noch nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch erwartet, dass die Türkei die Errichtung eines Evakuierungskorridors für die Zivilisten in Aleppo vorschlagen wird, der entweder zu dem von der FSA kontrollierten Territorium im Nordosten oder zu dem von der Opposition kontrollierten Gebiet im Westen führt.

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