Start Politik Ausland Syrienkonflikt Fall Aleppos: Iranischer Kommandeur droht mit weiteren „islamischen Eroberungen“

Syrienkonflikt
Fall Aleppos: Iranischer Kommandeur droht mit weiteren „islamischen Eroberungen“

„Es ist jetzt Zeit für islamische Eroberungen. Nach der Befreiung von Aleppo. Bahrains Hoffnungen werden realisiert und Jemen wird beglückt mit der Niederlage der Feinde des Islam", so der Kommandeur gegenüber iranischen Medien.

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(Foto: Screenshot)
Urla (nex/eurasia) – Ein hochrangiger iranischer Militärkommandeur hat weitere Regionalkriege angedroht, nachdem er den Kollaps der syrischen Opposition in Aleppo als „islamische Eroberung“ beschrieb. Die Aussagen sind Ausdruck des imperialen Bewusstseins des politischen Establishments in Iran.

In Kommentaren gegenüber lokalen iranische Medien sagte der General der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) Hossein Salami:

„Es ist jetzt Zeit für islamische Eroberungen. Nach der Befreiung von Aleppo. Bahrains Hoffnungen werden realisiert und Jemen wird beglückt mit der Niederlage der Feinde des Islam.“

Der schiitisch-iranische Kommandeur betonte, dass auch „die Einwohner von Mosul auf den Geschmack des Sieges kommen werden“. Er bezog sich auf die laufenden Operationen gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. In Anbetracht des rücksichtslosen Vorgehens pro-iranischer Milizen in Aleppo rufen solche Aussagen unter Aktivisten die Besorgnis auf, dass der vermeintliche iranische Sieg auch unverhältnismäßig hohe politische und gesellschaftliche Kosten für die sunnitisch-arabische Minderheit mit sich bringen wird.


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Der renommierte Journalist vom Nachrichtenportal BuzzFeed News, Borzou Daragahi, sieht die Aussagen des iranischen Militärs mit Blick auf die Praktiken von pro-iranischen Milizen in Aleppo besonders kritisch. Dieser veröffentlichte im Micro-Bloggingdienst Twitter Videomaterial und titelte:

„So muss die Hölle auf Erden aussehen: Hungrige, frierende Männer, Frauen und Kinder fliehen vor Kämpfern, die inmitten der Ruinen Aleppos das Feuer auf sie eröffnen.“

Der Gehaltswert des Videomaterials wird von den Berichten und Videos des syrischen Journalisten Rami Jarrah erhärtet. Augenzeugen erzählen, wie Soldaten der syrischen Armee ihren Konvoi willkürlich angehalten haben, der sie aus Aleppo herausbringen sollte.

 Während die Männer im Video über ihre Eindrücke erzählen, eröffnen mutmaßlich syrische Soldaten oder alliierte Verbände das Feuer auf den Konvoi. Panik bricht aus und die versammelten Flüchtlinge versuchen vor dem Beschuss zu entkommen.

Irans „Reich“ und die „schiitische Befreiungsarmee“

Die Aussagen des Generals Salami weisen auf keinen isolierten Fall hin. Vielmehr greifen die Aussagen des Generals ein weitverbreitetes Großmachtdenken einflussreicher und mächtiger Eliten in Teheran auf.

Im März 2015 sagte der iranische Präsidentenberater Ali Younesi, dass die irakische Hauptstadt Bagdad heute eine „Stadt des iranischen Reiches“ wäre. Der nationalistisch-imperialistische Ausbruch des iranischen Beamten löste Entrüstung in der arabischen Welt aus. Insbesondere die irakische Bevölkerung kritisierte diese Aussagen und lehnt den wachsenden Einfluss Irans auf ihren Staatsgrenzen ab.

Im vergangenen November gab der iranische Generalstabschef Muhammed Bagheri an, dass sein Land die Gründung von Militärbasen in Jemen, Syrien und anderen arabischen Staaten in Erwägung zieht.

Im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Mashregh informierte der IRGC-General im Ruhestand Muhammed Ali Falaki im August, dass Iran eine „schiitische Befreiungsarmee“ unter dem Kommando der exterritorialen IRGC-Eliteeinheit, auch als Kuds-Brigade bekannt, gründete. Die Brigade wird von Kassim Soleimani angeführt. Ihn umrankt der Mythos als „Irans gefährlichster General“.

Laut Falaki befindet sich die „schiitische Befreiungsarmee“ bereits an drei „Fronten“. Diese wären im Irak, Syrien und Jemen.

 


Erschienen auf Eurasianews

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