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Bericht: PKK-Anführer Karayilan kündigt Rückzug aus Sindschar an

Kurz zuvor hatte die Regierung der autonomen kurdischen Gebiete (KRG) mit Gewaltanwendung gedroht, sollte die PKK sich aus dem Gebiet nicht zurückziehen.

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(Foto: Screenshot)

Ankara (nex) – PKK-Anführer Murat Karayilan, der auch Mitglied der Verwaltungsorganisation (KCK) der Terrororgruppe ist, hat Berichten zufolge angekündigt, dass die PKK sich aus der Sindschar-Region im Irak zurückziehen werde.

Kurz zuvor hatte die Regierung der autonomen kurdischen Gebiete (KRG) mit Gewaltanwendung gedroht, sollte die PKK sich aus dem Gebiet nicht zurückziehen.

Das der KRG nahestehende kurdische Mediennetzwerk Rudaw hat am vergangenen Donnerstag eine Meldung des PKK-nahen Fernsehsenders Sterk TV zitiert, derzufolge Karayilan in einer Erklärung betont habe, dass es keinen Anlass für die KRG gebe, Gewaltandrohungen im Hinblick auf die Präsenz seiner Kämpfer in Sindschar auszusprechen. Er habe darauf hingewiesen, dass der Meinungsverschiedenheiten auch mit Dialog und Verhandlungen gelöst werden könnten.


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„Wir befinden uns in einer wichtigen Phase, in der das Schicksal unseres Volkes sich entscheiden wird“, habe Karayilan in seiner Erklärung unterstrichen. Weiter heiße es: „In einer solchen Zeit ist die Einheit des kurdischen Volkes wertvoller denn je. Wir betrachten die Angelegenheit aus einer strategischen Perspektive. Deshalb möchten wir alle bestehenden Probleme im Dialog lösen.“ In der vergangenen Woche hatte der Ministerpräsident der Kurdischen Autonomiegebiete (KRG),

Nechirvan Barzani, bekanntgegeben, dass die Regierung der Kurdischen Autonomiegebiete militärische Gewalt anwenden werde, wenn die Terrororganisation PKK darauf bestehen sollte, den Distrikt Sindschar in der nordirakischen Provinz Mossul zu besetzen.

In einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichten-Website al-Monitor hatte Barzani betont, dass die einheimischen Jesiden den PKK-Ableger Widerstandseinheit YBS nicht willkommen hießen und ihre Anwesenheit für Instabilität in der Region sorge.

„Die Präsenz der PKK hält die Menschen davon ab, in ihre Häuser zurückzukehren“, hatte Barzani erklärt und hinzugefügt: „Sie zögern, in ihre Häuser zurückzukehren aus Angst vor einem neuen Konflikt und aus Sorge vor einer ungewissen Zukunft, und nicht weil, wie manche behaupten, wir diejenigen sind, die nach ihrem Leben und ihren Häusern trachten. Wir teilen ihre Sorgen, deshalb sind wir fest davon überzeugt, dass die PKK Sindschar verlassen muss.“

Die mehrheitlich von Jesiden bewohnte Stadt Sindschar und ihre Umgebung waren im August 2014 von IS (Daesh)-Terroristen eingenommen worden, infolgedessen sie die Kontrolle über weite Gebiete in Mittel- und Nordwestirak übernahmen. Auch Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, befindet sich noch in der Hand des IS (Daesh).

Nach der Befreiung der Sindschar-Region vom IS (Daesh) nutzte die PKK die Situation aus und ließ sich auf dem Sindschar-Gebirge nieder. Die Türkei hat wiederholt gewarnt, dass sie die dauerhafte Anwesenheit der PKK auf Sindschar sowie die Errichtung eines zweiten Hauptquartiers in der Bergregion nicht dulden werde. Die Türkei spielt damit auf das Hauptquartier der Terrorgruppe im Kandil-Gebirge an der irakisch-iranischen Grenze an.

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