Start Panorama Ausland Sabanci-Mord Belgischer Staatsanwalt fordert 30 Jahre Haft für türkische Terroristin

Sabanci-Mord
Belgischer Staatsanwalt fordert 30 Jahre Haft für türkische Terroristin

Ein belgischer Staatsanwalt hat am heutigen Montag eine dreißigjährige Haftstrafe für eine ultralinke flüchtige Terroristin beantragt, nach der in der Türkei wegen mehrerer Straftaten gefahndet wird, unter anderem wegen der Ermordung von drei Menschen.

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(Foto: AA)

Brüssel (nex) – Ein belgischer Staatsanwalt hat am heutigen Montag eine dreißigjährige Haftstrafe für eine ultralinke flüchtige Terroristin beantragt, nach der in der Türkei wegen mehrerer Straftaten gefahndet wird, unter anderem wegen der Ermordung von drei Menschen. Dies berichten internationale Medien übereinstimmend.

Ein Gericht in Brügge hat am Montag mitgeteilt, es werde sein Urteil über die türkische Staatsangehörige Fehriye Erdal am 2. Januar verkünden.

Erdal, die Mitglied der Terrorgruppe Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) ist, war im Jahr 2006 aus dem Hausarrest in Belgien geflohen und befindet sich noch immer auf freiem Fuß.

Obwohl sie bei der Gerichtsverhandlung nicht anwesend gewesen war, hatte dasselbe Gericht im vergangenen Mai entschieden, dass Erdal wegen in der Türkei begangener Straftaten verurteilt werden solle.

Ankara hatte bereits vor langer Zeit Erdals Auslieferung gefordert.

Bei der Verhandlung im vergangenen Mai hatte der Staatsanwalt mitgeteilt, dass Erdal sich vor Gericht wegen des Mordes am Vorstandsmitglied der Sabanci Holding, Özdemir Sabanci, dem Toyota Turkey-Geschäftsführer Haluk Görgün sowie an dessen Sekretärin Nilgün Hasefe verantworten müsse.

Sabanci, Görgün und Hasefe wurden am 9. Januar 1996 im Sabanci Center Istanbul erschossen. Erdal war Angestellte in dem Gebäudekomplex und wird verdächtigt, ihren Komplizen Zugang zu dem Center verschafft zu haben.

Die Täter wurden als Erdal, Ismail Akkol und Mustafa Duyar identifiziert. Duyar wurde verhaftet und 1999 bei einem Gefängnisaufstand getötet. Erdal und Akkol konnten fliehen.

Akkol wurde im Februar dieses Jahres wiedergefasst. Nach einem Brand in einem Gebäude im belgischen Knokke-Heist, wo Erdal wohnte, wurde sie wegen gefälschter Reisedokumente festgenommen.

Nach einem Jahr Gefängnisaufenthalt wurde sie unter Hausarrest gestellt, konnte jedoch im März 2006 fliehen. Die belgischen Behörden hatten sich geweigert, Erdal während ihrer Haftzeit an die Türkei auszuliefern.


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