Kampf gegen den Terror Jesidischer Politiker: PKK könnte sich in Mossul-Offensive einschleusen

Kampf gegen den Terror
Jesidischer Politiker: PKK könnte sich in Mossul-Offensive einschleusen

Ein jesidischer Abgeordneter im nordirakischen Parlament der kurdischen Autonomiegebiete warnte am gestrigen Freitag, dass die Terrororganisation PKK versuche könnte, sich selbst in die anstehende Militäroffensive zur Rückeroberung Mossuls einzubringen.

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(Foto: AA)

Ankara (nex) – Ein jesidischer Abgeordneter im nordirakischen Parlament der kurdischen Autonomiegebiete warnte am gestrigen Freitag, dass die Terrororganisation PKK versuche könnte, sich selbst in die anstehende Militäroffensive zur Rückeroberung der unter IS-Kontrolle stehenden Stadt Mossul unter der Führung schiitischer Milizengruppen einzubringen.

„Die PKK würde sich nicht trauen, ins Stadtzentrum von Mossul vorzudringen“, sagte Sheikh Shamo zur Nachrichtenagentur Anadolu.

„Aber sie könnte versuchen, gemeinsam mit der Miliz al-Haschd asch-Schabi (Popular Mobilisation Forces, PMU) in Tal Afar in der Nähe von Sindschar westlich von Mossul zu operieren. Hier könnte sie die vom IS ausgehende Bedrohung als Vorwand nutzen, um in der Region zu bleiben.“

Die regierungsnahe schiitische Dachorganisation PMU setzt darauf, an der bevorstehenden Offensive um Mossul teilnehmen zu können.

Der ehemalige Gouverneur der Provinz Nineveh, Atheel al-Nujaifi, deren Haupstadt Mossul ist, erklärte, dass die Einwohner von Mossul nicht zulassen würden, dass die PKK oder die PMU die Stadt betreten. Die Zentralregierung in Bagdad habe versprochen, dass weder die PKK noch die PMU an der Offensive zur Befreiung Mossuls teilnehmen dürften.

Shahevan Abdullah, Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans, dessen Vorsitzender Masud Barzani Präsident der kurdischen autonomen Gebiete ist, teilte in einer auf der offiziellen Webseite der Partei veröffentlichten Erklärung mit, dass die irakische Armee, die kurdischen Peschmerga-Truppen sowie lokale Stämme an der Offensive zur Befreiung von Mossul teilnehmen würden – gemeinsam mit Gruppen, die „unter dem Namen al-Haschd asch-Schabi“ agierten.

Muzahem Ahmed al Hawayt, ein Sprecher der lokalen Stämme von Mossul, erklärte gegenüber Anadolu, dass es nicht möglich sein werde, die PMU oder die so genannten Verteidigungseinheiten Sindschar, die unter der Bezeichnung PMU agierten, an der Offensive zu beteiligen:

„Unter keinen Umständen können die PMU oder die PKK an der Mossul-Offensive teilnehmen. Wir betrachten alle beide als Terrorgruppen.“

Der IS (Daesh) hatte Mitte 2014 Mossul erobert und weite Teile des Nord- und Westiraks überrannt. In den vergangenen Monaten hat die irakische Armee mit Unterstützung der aus 60 Ländern bestehenden und von den USA angeführten Luftallianz viele Gebiete zurückerobert. Dennoch hält die Terrorgruppe einige Teile des Landes einschließlich Mossul unter ihrer Kontrolle. In den vergangenen Wochen konnten die Armee und ihre Verbündeten einen schrittweisen Erfolg in der Stadt verzeichnen, deren Befreiung die Regierungsvertreter in Bagdad noch vor Jahresende versprochen haben.


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