„Sieben Geburten in der Stunde, zehn Todesfälle am Tag“ Gaza erreicht mit...

„Sieben Geburten in der Stunde, zehn Todesfälle am Tag“
Gaza erreicht mit neugeborenem Baby 2-Millionen-Marke

In der Erklärung des Innenministeriums heißt es weiter, dass im September 294 Babys direkt nach der Geburt gestorben seien und „jeden Tag zehn Babys im Gazastreifen sterben“.

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(Foto: AA)

Istanbul (nex) – Der zweimillionste Mensch in Gaza ist geboren. Mit der Geburt des kleinen Waleed hat das dichtbevölkerte palästinensische Territorium offiziell einen Meilenstein erreicht.

„Es gibt nun zwei Millionen Einwohner im Gazastreifen, nachdem Baby Waleed Shaath in der vergangenen Nacht in Rafah in Südgaza zur Welt gekommen ist“, sagte der Sprecher des Innenministers, Iyad Bezm, der Nachrichtenagentur AFP.

Das Ministerium teilte in einer Erklärung mit, dass nun 50,66 Prozent der Bevölkerung von Gaza männlich und 49,34 Prozent weiblich sei.

Die zweimillionenunderste Person, ein Mädchen mit dem Namen Lana Ayad, sei kurz nach Waleed zur Welt gekommen.

Das Ministerium teilte weiter mit, dass im September 4.983 Jungen und Mädchen im Gazastreifen geboren seien und fügte hinzu, dass „im September jeden Tag 166 Babys, d. h. sieben Babys in der Stunde und ein Baby alle zehn Minuten zur Welt gekommen sind“.

In der Erklärung heißt es des Weiteren, dass im September 294 Babys direkt nach der Geburt gestorben seien und „jeden Tag zehn Babys im Gazastreifen sterben“.

Gaza, eine 360 Quadratkilometer große Enklave zwischen Ägypten, Israel und dem Mittelmeer, deren Breite an der breitesten Stelle 12 Kilometer beträgt, hat nach Angaben der UNO eine der weltweit größten Bevölkerungsdichten.

Das Territorium könnte in fünf Jahren „unbewohnbar“ werden, hatte die UNO im vergangenen Jahr erklärt. Als Ursachen führt sie hohe Bevölkerungsdichte und Überbevölkerung an. Die meisten Menschen seien arm und lebten in acht Flüchtlingslagern, vier großen Städten und 12 Kleistädten und Dörfern.

Die sozioökonomischen Bedingungen in Gaza befänden sich gegenwärtig am tiefsten Punkt seit 1967, als Israel das Territorium während des Sechs-Tage-Kriegs gegen Ägypten besetzt habe, heißt es weiter in dem Bericht.

Nach Angaben der Handelskammer Gaza ist die Arbeitslosigkeit auf über 50 Prozent gestiegen, während mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Enklave in Armut leben.

Internationalen Organisationen zufolge leben 80 Prozent der Bevölkerung von Gaza von internationaler humanitärer Hilfe.

Zwar zog Israel 2005 aus Gaza ab, verhängte jedoch über das seit einem Jahrzehnt von der Hamas regierte Territorium eine Blockade, während auch Ägypten seine Grenze zu der Enklave in den vergangenen Jahren schloss.

Hamas behielt die Kontrolle über das Territorium nach wochenlangen Machtkämpfen mit der Fatah, der Partei des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas, sowie den Sicherheitskräften.

Israel behauptet, die Blockade sei erforderlich, um die Einfuhr von Material, das zu militärischen Zwecken genutzt werden könne, zu verhindern. UN-Experten haben jedoch Israel dazu aufgerufen, die Blockade aufzuheben.

Seit 2008 gab es drei Kriege zwischen palästinensischen Kämpfern und Israel.

 

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