Kampf dem Kebap Schweiz: Volksinitiative „Ja zum Kebabverbot“

Kampf dem Kebap
Schweiz: Volksinitiative „Ja zum Kebabverbot“

Und wieder hat es ein Schweizer erfunden! Nach dem Minarettverbot und dem Burkaverbot soll das Volk nun über ein Kebabverbot abstimmen.

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(Foto: PR Graf)

Von Peter Z. Ziegler 

Basel (nex) – Und wieder hat es ein Schweizer erfunden! Nach dem Minarettverbot und dem Burkaverbot soll das Volk nun über ein Kebabverbot abstimmen. Der PR-Profi Daniel Graf aus Zürich will folgenden Satz als Artikel 10a in die Bundesverfassung der Eidgenossenschaft schreiben lassen:

„Niemand darf mit Fleisch gefüllte Brottaschen im öffentlichen Raum und an Orten konsumieren, die öffentlich zugänglich sind oder an denen grundsätzlich von jedermann beanspruchbare Dienstleistungen angeboten werden.“

Doch Vorsicht, Satire! Derzeit läuft auf Facebook ein Test. Ab 50’000 Likes soll laut Graf die Unterschriftensammlung für eine «echte» Volksinitiative gestartet werden. https://www.facebook.com/kebabverbot/

Daniel Graf regt sich auf, dass die rechtspopulistische SVP mit dem Thema Burkaverbot die öffentliche Diskussion dominiert. «Gegen ein Phantom wie die Burka haben wir keine Chance», erklärt er gegenüber der Boulevardzeitung BLICK. Wer sich zur Burka äussern wolle, müsse heute zwingend auch etwas zum Thema Terrorismus sagen.

„Kebabs zerstören die Schweizer Esskultur!“ Dieses Scheinargument von PR-Mann Graf könnten wohl viele Sympathisanten der Rechtspopulisten unterschreiben: Weil aber auch einige Schweizer Rezepte gefüllte Brottaschen kennen, wurde an Ausnahmen gedacht. In Absatz 2 wird formuliert:

„Diese umfassen ausschliesslich Gründe des einheimischen Brauchtums.“ Bei einer Umfrage des „Tagesanzeiger“ stimmten 54.5 % der Leser dem PR-Profi zu: mit der Initiative würde die Burkadiskussion als reine Symbolpolitik geoutet. 42.1% waren dagegen sauer: „Mit Volksrechten spasst man nicht“.

 

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