„Penne mit Tomatensoße“ Je ne suis pas Charlie: Italiener verklagen Charlie Hebdo

„Penne mit Tomatensoße“
Je ne suis pas Charlie: Italiener verklagen Charlie Hebdo

Überlebende des Erdbebens vom 24. August in Mittelitalien haben die des Öfteren kontrovers diskutierte französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo wegen ihrer Darstellung der Tragödie verklagt.

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(Foto: AA)

 

Dortmund (nex) – Überlebende des Erdbebens vom 24. August in Mittelitalien haben die des Öfteren kontrovers diskutierte französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo wegen ihrer Darstellung der Tragödie verklagt. Das für ihre provokativen Cartoons bekannte Magazin stellte die Opfer des Erdbebens als Spezialitäten der italienischen Küche dar. Die Karikaturen wurden unter dem Titel „Erdbeben nach italienischer Art“ veröffentlicht.

Eine Karikatur zeigt beispielsweise ein blutendes männliches Opfer und heißt „Penne mit Tomatensoße“. Auf einer anderen ist eine Frau zu sehen, die Makkaroni mit Käse darstellen soll. „Lasagne“ heißt die Karikatur, auf der mehrere Opfer unter ihren eingestürzten Häusern begraben sind.

„Es ist eine makabre, taktlose und unfassbare Schmähung der Opfer einer Naturkatastrophe“, erklärte der Anwalt von Amatrice, Mario Cicchetti, gegenüber den Medien. Die kleine Berggemeinde war von dem Erdbeben besonders stark betroffen. Bei dem Erdbeben in Mittelitalien kamen fast 300 Menschen ums Leben, allein in Amatrice wurden 230 Leichen geborgen.

Es besteht der Verdacht, dass Mafiaunternehmen an den Bauaufträgen beteiligt gewesen und Bauvorgaben missachtet worden sind. Nachdem die Empörung in Italien über die Karikaturen groß war, legte Charlie Hebdo nach und veröffentlichte eine weitere Karikatur mit dem Titel: „Italiener, nicht Charlie Hebdo hat eure Häuser gebaut, sondern die Mafia.“

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