Türkei nach dem Putsch Amerikanische Investoren von schneller Erholung der Türkei...

Türkei nach dem Putsch
Amerikanische Investoren von schneller Erholung der Türkei beeindruckt

„Amerikanische Investoren äußerten uns gegenüber ihre Bewunderung dafür, wie schnell sich die türkische Wirtschaft nach dem Putschversuch wieder aufgerappelt hat", so der Präsident der Wirtschafts- und Investitionsförderung Agentur der Türkei (ISPAT), Arda Ermut.

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(Foto: pixabay)

Ankara (nex) – Der Präsident der Wirtschafts- und Investitionsförderung Agentur der Türkei (ISPAT), Arda Ermut, sagte am gestrigen Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass amerikanische Investoren und Geschäftsleute von der schnellen Erholung der Türkei von den Rückschlägen im politischen wie auch im Sicherheitsbereich beeindruckt seien.

Ermut wies auf die Versöhnung mit Russland, die Terroranschläge sowie den Putschversuch vom 15. Juli hin und erklärte, die türkische Regierung habe alle ihre Möglichkeiten zur Verbesserung des Investitionsklimas in dem Land ausgeschöpft.

„Amerikanische Investoren äußerten uns gegenüber ihre Bewunderung dafür, wie schnell sich die türkische Wirtschaft nach dem Putschversuch wieder aufgerappelt hat, dass der Finanzsektor nicht negativ beeinflusst wurde, wie viel Widerstandsfähigkeit die Menschen in der Türkei gegen diesen heimtückischen Angriff an den Tag gelegt haben und wie schnell sie sich um ihren gewählten Staatschef versammelten“, teilte Ermut mit.

(Foto: AA)
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Die UN-Generalversammlung in New York ist der zweite Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in den USA in den vergangenen sechs Monaten. Zuvor hatte er Anfang April am Gipfel für Nuklearsicherheit in Washington DC teilgenommen. Ermut beschrieb, wie beeindruckt auch damals die US-amerikanischen Investoren in der Hauptstadt gewesen seien, mit welcher Geschwindigkeit die türkische Regierung das Investitionsklima für ausländische Investoren und Unternehmer verbessert habe:

„Unternehmer äußerten uns gegenüber den Wunsch, ihre Investitionskosten in der Türkei zu senken. Unsere Regierung hat die entsprechenden Schritte unternommen, und sie stellten überrascht fest, wie schnell sich das Investitionsumfeld in der Türkei verbessert hat.“

Im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag auf den Flughafen Istanbul Atatürk im vergangenen Juni wies Ermut darauf hin, dass die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines nur sechs Stunden nach dem Anschlag ihren Flugbetrieb wiederaufgenommen habe und auch die ausländischen Investoren über diese Entwicklung erfreut gewesen seien.

„All das zeigt, dass die Türkei von den ‚Schocks‘ nicht allzu betroffen war und wie stabil das Investitionsumfeld in der Türkei ist“, schlussfolgert der ISPAT-Präsident. Ermut fügte hinzu, dass Ankara und Moskau nun in eine Versöhnungsphase eingetreten seien, nachdem im vergangenen November ein russischer Kampfjet abgeschossen worden war. Die türkische Wirtschaft werde sich schnell erholen, da die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern würden. Er merkte an, dass die schwierigste Aufgabe für die Türkei darin bestehe, neue ausländische Vermögensanlagen in Form von Investitionen auf der Grünen Wiese an Land zu ziehen – eine Art ausländischer Direktinvestition, bei der ein Unternehmen seine Geschäfte von Grund auf in der Türkei aufbaut. Investoren konzentrierten sich bei solchen Anlagen auf langfristige Faktoren, die über 5, 10 oder 30 gälten, wie beispielsweise das Potenzial des Landes, die junge Bevölkerung, die politische Stabilität, erklärte Ermut und fügte hinzu: „Wenn ausländische Investoren diese Kriterien beachten, sehen sie, dass die Türkei in starken Händen liegt.“

Bei Erstanlegern in der Türkei sieht Ermut jedoch ein Problem – das der Wahrnehmung:

„Diese Investoren, die noch nie in der Türkei waren, oder deren letzter Aufenthalt in dem Land zehn Jahre zurückliegt, neigen dazu, die Türkei als lediglich ein weiteres Land des Nahen Ostens zu betrachten. Wir wollen unser Bestes tun, um diese Wahrnehmung zu ändern und uns dementsprechend präsentieren“, versprach er.

Der Experte schlug als einen möglichen Weg vor, CEOs ausländischer Unternehmen in der Türkei in ihre Heimatländer zu schicken und dort über die Türkei berichten zu lassen.

„So werden sie zu unseren ‚Wirtschaftsbotschaftern‘ und sprechen überall, wo sie sich aufhalten, über die Türkei. Das ist ein sehr viel wirkungsvollerer Weg, unser Land und sein Wirtschaftsklima bekanntzumachen“, erklärte er.

Ermut unterstrich, dass der türkische Präsident am vergangenen Donnerstag in New York mit den CEOs von etwa 30 US-amerikanischen Unternehmen zusammengekommen sei. Diese Firmen kontrollierten insgesamt zwei Milliarden US-Dollar und würden Einnahmen von insgeasamt  800 Millionen US-Dollar vorweisen.


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