Vereitelter Putschversuch Türkei zahlt Entschädigung an Putschopfer

Vereitelter Putschversuch
Türkei zahlt Entschädigung an Putschopfer

Einmalzahlungen, monatliches Einkommen, Arbeit und Rente – für Hunderte Menschen, die während des Putschversuchs vom 15. Juli Schäden erlitten haben, sind Ausgleichszahlungen geplant.

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(Foto: AA)

Ankara (nex) – Die Türkei werde Familien, deren Angehörige während des Putschversuchs vom 15. Juli gestorben sind oder verletzt wurden, Entschädigungszahlungen und monatliche Einkommen anbieten, erklärte der Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit.

Wie Süleyman Soylu in einem Fernsehinterview mitteilte, würden Familien, deren Angehörige im Dienst oder als Zivilperson ihr Leben verloren haben, eine Einmalzahlung in Höhe von bis zu 72.000 Euro, ein monatliches Einkommen von mindestens 960 Euro sowie eine Arbeitsplatzgarantie für zwei Familienmitglieder gewährt werden.

Die Menschen, die während des blutigen Putschversuchs Verletzungen erlitten haben, sollen, je nach Schweregrad und Auswirkungen der Verletzungen, eine Einmalzahlung in Höhe von 53.000 Euro und eine Arbeitsplatzgarantie für ein Familienmitglied erhalten, so der Minister weiter. Des Weiteren sollen sie im Falle einer bleibenden Behinderung ungeachtet des Schweregrades eine zusätzliche Entschädigung von bis zu 45.000 Euro erhalten.

Bei dem Putschversuch wurden 239 Menschen getötet und weitere 2.200 verletzt.

Ankara beschuldigt den selbsternannten, in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, den Putschversuch mithilfe seiner Anhänger innerhalb des Militärs durchgeführt zu haben, die das gülennahe Netzwerk FETÖ gegründet hätten. Die Türkei hat offiziell die Auslieferung Gülens an die Türkei beantragt.

Dem Prediger wird auch vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.

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