Assad gegen PKK Nach Putin-Erdogan-Annäherung: Assad-Jets bombardieren PKK-Ableger PYD

Assad gegen PKK
Nach Putin-Erdogan-Annäherung: Assad-Jets bombardieren PKK-Ableger PYD

Die separatistischen Bestrebungen des PKK-Ablegers PYD und dessen Repressalien gegen nichtkurdische Bevölkerungsteile haben Damaskus zum Handeln veranlasst. Die Syrisch-Arabische Armee ging in al-Hasakah gegen mehrere Stellungen und Kontrollpunkte der Terrormiliz vor.

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(Foto: Screenshot/Rudaw)

Al-Hasakah (nex) – Die syrische Regierung ist erstmals aktiv gegen die YPG, die bewaffnete Einheit des syrischen PKK-Ablegers PYD, vorgegangen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, griff am Donnerstag die Luftwaffe der Syrisch-Arabischen Armee in der geteilten nordsyrischen Stadt al-Hasakah drei von den YPG gehaltene Kontrollpunkte und drei ihrer Basen an. Einen Tag zuvor war es zu schweren Kampfhandlungen zwischen Einheiten des PKK-Ablegers, der zwei Drittel der Stadt kontrolliert, und mit der Regierung in Damaskus verbündeten Milizen gekommen, die den Rest des Territoriums halten.

Vier Zivilisten, vier YPG-Kämpfer und drei regierungsloyale Kämpfer kamen bei den Zusammenstößen ums Leben, so die AFP. Der YPG-Sprecher Redur Xelil erläuterte, dass die Luftangriffe kurdische Teile der Stadt getroffen hätten, die hauptsächlich von seiner Miliz kontrolliert werden, sowie Positionen der kurdischen Sicherheitseinheit Asayish. Die Eskalation steht offenbar im Zusammenhang mit den sich in immer deutlicherer Weise abzeichnenden Tendenzen, einen autonomen Kurdenstaat unter Führung durch die PYD zu schaffen. Vertreter mehrerer Volksgruppen und syrisch-kurdische Oppositionelle hatten dem PKK-Ableger, der einen großen Teil des Nordens Syriens kontrolliert, wiederholt vorgeworfen, ethnische Säuberungen zu betreiben und Andersdenkende zu drangsalieren.

Dass die PYD, die bereits im Vorjahr eine Autonomie im Norden Syriens ausgerufen hatte, jüngst die der Regierung unterstehenden Nationalen Verteidigungskräfte in al-Hasakah zur Niederlegung ihrer Waffen aufgefordert hatte, brachte für Damaskus offenbar das Fass zum Überlaufen. Die AFP zitiert eine Quelle aus dem Regierungsumfeld mit den Worten, die Luftschläge seien „eine Botschaft an die Kurden, dass diese Forderungen dieser Art fallenlassen sollen, die einen Affront gegenüber der nationalen Souveränität darstellen“.

Während die USA in den YPG einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz IS (Daesh) sehen, stuft die Türkei diese als terroristische Vereinigung ein. Unterdessen gehen die Kampfhandlungen in vielen Teilen des Landes mit unverminderter Härte weiter, sodass der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura, erklärte, die UNO könne unter diesen Bedingungen keine humanitären Hilfskonvois mehr schicken. Man bemühe sich jedoch, die vereinbarte 48-stündige Waffenruhe in Aleppo im Auge zu behalten.

Unterdessen ist der Fotograf des seit mehreren Tagen durch die sozialen Medien gehenden Fotos des kleinen Omran, der in Aleppo im letzten Moment nach einem Luftangriff aus den Trümmern eines Hauses gerettet werden konnte und in einer Ambulanzstation in einem schockierenden Zustand  fotografiert wurde, ins Zwielicht geraten. Das Bild war um die Welt gegangen und wurde vor allem von syrischen Rebellengruppen zu Zwecken der Sympathiewerbung für ihre Sache und Anprangerung der syrischen Regierung sowie der russischen Luftwaffe verwendet worden.

Der TV-Sender Telesur veröffentlichte nun Bilder des Fotografen Mahmous Raslan, wie dieser seinerseits mehrfach mit Kämpfern einer syrischen Rebellenbrigade posierte, die vor wenigen Wochen ein 12-jähriges Kind enthauptet und Aufnahmen davon auf YouTube gestellt hatte. Telesur warf dem Journalisten in diesem Zusammenhang Doppelmoral vor.

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