Trier Integration: Syrerin wird zur Weinkönigin gekürt

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Integration: Syrerin wird zur Weinkönigin gekürt

Erstmals in der Geschichte ist eine Geflüchtete zur Weinkönigin gekürt worden. Im kommenden Jahr wird sie deshalb auf bis zu 60 Veranstaltungen in der Stadt sowie regionalen Weinfesten in der Region sowie im benachbarten Luxemburg die Winzervereinigung repräsentieren.

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(Foto: Facebook/Screenshot)

Trier (nex) – Buntes Trier, es ist hier: Mit der Verleihung der Krone der Trier-Olewiger Winzer an die aus Syrien geflohene Ninorta Banho am Mittwochabend hat die Stadt in der Rheinpfalz ein Zeichen gesetzt. Erstmals in der Geschichte ist eine Geflüchtete zur Weinkönigin gekürt worden. Im kommenden Jahr wird sie deshalb auf bis zu 60 Veranstaltungen in der Stadt sowie regionalen Weinfesten in der Region sowie im benachbarten Luxemburg die Winzervereinigung repräsentieren. Dies berichtet die dpa.

Die aramäische Christin selbst erklärte dazu, sie wolle „eine Botschafterin für die Integration“ sein. Auf Fragen, warum denn keine Triererin zur Weinkönigin gemacht worden wäre, erklärte der Vorsitzende des Winzervereins, Peter Terges, dass das für ihn eine ähnliche Situation gewesen wäre wie einige Jahre zuvor, in denen man eine Frau aus Düsseldorf gewählt hätte. Die Auszubildende zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen aus dem nordsyrischen Kamischli sei ihm bei einem Termin mit neu angekommenen Flüchtlingen als Übersetzerin aufgefallen. Die junge Frau hatte bereits vor ihrer Flucht in ihrer Heimat Jura studiert.

Ambitionen, bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin anzutreten, habe sie jedoch nicht. Für die dafür erforderliche umfangreiche Aneignung von Fachwissen über den Weinbau fehle die Zeit. Die aramäisch-christliche Gemeinde in Kamischli steht seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges von mehreren Seiten massiv unter Druck. Neben Terrormilizen wie dem IS ist es vor allem auch der syrische PKK-Ableger PYD, dem Menschenrechtsorganisationen bereits mehrfach vorgeworfen hatten, eine Politik der ethnischen Säuberung gegenüber den aramäischen Christen in der Stadt und ihrem Umland zu verfolgen.

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