Zaman Gazetesi
    Geheime Putschbotschaft in Werbung einer gülennahen Tageszeitung

    Social-Media-Nutzer behaupten, die Werbung einer gülennahen Tageszeitung enthalte geheime Botschaften in Bezug auf den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli.

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    (Foto: AA)

    Ankara (nex) – Die Werbung einer dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen nahestehenden Tageszeitung, die vor über neun Monaten ausgestrahlt wurde, verursachte unter Social-Media-Nutzern einen Sturm der Empörung: Sie behaupten, die Werbung enthalte geheime Botschaften in Bezug auf den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli.

    Die 20-Sekunden-Werbung der gülennahen Tageszeitung Zaman wurde erstmals am 5. Oktober 2015, also neun Monate und zehn Tage vor dem vereitelten Putschversuch, ausgestrahlt. Zaman wird mittlerweile von Treuhandverwaltern geführt, die ein Istanbuler Gericht eingesetzt hat, um die Staatsanwaltschaft, die eine komplexe Untersuchung gegen das gülennahe Netzwerk FETÖ führen muss, handlungsfähig zu erhalten.

    Die Werbung beginnt aus der Vogelperspektive, die vermutlich von einem Flugzeug oder Hubschrauber aus aufgenommen wurde, mit Blick auf eine unbekannte Stadt. Im Hintergrund sind Sirenengeräusche zu hören. Plötzlich wird der Bildschirm schwarz und die Sirenengeräusche verstummen. Daraufhin erscheint ein neugeborenes Baby, das lacht, während das Logo der Zeitung zu sehen ist. In der gesamten Werbung wird überhaupt nicht gesprochen.

    Die Social-Media-Nutzer fanden das Veröffentlichungsdatum der Werbung – etwa neun Monate vor dem Putschversuch – und das Vorkommen eines Babys darin interessant, was sie als einen Hinweis darauf deuteten, dass der Samen des Putsches lange Zeit vorher gesät worden sei. Des Weiteren bemerkten sie, dass das Baby am Ende des Clips lacht, was ebenfalls auffällig sei, da „gülen“ eine Partizipform des Verbs „lachen“ ist. Sie wiesen auch auf die Ähnlickeit des ersten Teils der Werbung mit den Szenen in Ankara und Istanbul hin, als im Zuge des Putschversuchs F 16-Jets über die beiden Städte flogen.

    Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft die Zaman-Werbung in ihre Ermittlungen im Fall des vereitelten Putschversuchs aufgenommen und einen Haftbefehl gegen den damaligen Herausgeber der Zeitung, Ekrem Dumanli, beantragt.

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