Projekte statt Entschädigung Völkermord an Herero: Cem Özdemir ist gegen Entschädigungszahlungen

Projekte statt Entschädigung
Völkermord an Herero: Cem Özdemir ist gegen Entschädigungszahlungen

Deutschland will sich nun Medienberichten zufolge bei Namibia offiziell für den Völkermord an mehr als 75 000 Angehörigen der Volksgruppen Herero und Nama entschuldigen. Die Zahlung einer Entschädigung ist jedoch nicht vorgesehen.

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(Foto: screenshot/youtube)

Geschichte: Deutschland will sich für Völkermord an den Herero entschuldigen

Berlin (nex) –Anderthalb Monate, nachdem der Deutsche Bundestag seine umstrittene Resolution über die Deportation von Armeniern im Osmanischen Reich im Jahr 1915 verabschiedet hatte, scheint man nun auch in eigener Sache Geschichtsbewältigung zu betreiben.

Deutschland will sich nun Medienberichten zufolge bei Namibia offiziell für den Völkermord an mehr als 75 000 Angehörigen der Volksgruppen Herero und Nama entschuldigen. Das Deutsche Kaiserreich hatte in der Zeit zwischen 1904 und 1908 blutige Strafexpeditionen gegen aufständische Angehörige dieser Stämme durchgeführt, die zu deren fast vollständiger Ausrottung führten.

Die seit mehreren Monaten laufenden bilateralen Gespräche zwischen beiden Seiten sollen dem Auswärtigen Amt zufolge bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Am Ende soll es eine gemeinsame Erklärung der Regierungen und Parlamentegeben, in denen die Vorfälle der damaligen Zeit als „Völkermord“ bezeichnet werden. Bundespräsident Joachim Gauck soll anschließend die offizielle Entschuldigung aussprechen.

Die Zahlung einer Entschädigung, wie von mehreren Herero-Vertretern gefordert, ist jedoch nicht vorgesehen. Stattdessen soll es zur Gründung einer deutsch-namibischen „Zukunftsstiftung“ kommen und es sollen Infrastrukturprojekte in dem südwestafrikanischen Land realisiert werden. Als mögliche Projekte dieser Art, an denen deutsche Unternehmen beteiligt werden könnten, gelten beispielsweise Meerwasser-Entsalzungsanlagen.

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