Antidemokratischer Putschversuch Türkischer Justizminister: „Die Piloten, die den russischen Kampfjet abgeschossen hatten,...

Antidemokratischer Putschversuch
Türkischer Justizminister: „Die Piloten, die den russischen Kampfjet abgeschossen hatten, wurden festgenommen“

Türkische Piloten, die in den Abschuss des russischen Kampfjets Su-24 verwickelt waren, wurden wegen Verbindungen zum Putschversuch verhaftet.

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(Foto: AA)

Ankara (nex) – Wie der türkische Justizminister am gestrigen Dienstag mitteilte, seien die beiden türkischen Piloten, die in den Abschuss einer russischen Suchoi Su-24 im vergangenen November verwickelt waren, im Zusammenhang mit dem am vergangenen Freitag vereitelten Putschversuch festgenommen worden.

„Die Piloten, die den russischen Kampfjet abgeschossen hatten, wurden festgenommen“, zitierte der Nachrichtensender Haberturk den türkischen Justizminister Bekir Bozdag.

Zuvor hatte die französische Nachrichtenagentur AFP einen anonymen Regierungsvertreter zitiert, der Journalisten gegenüber erklärt habe, dass „zwei Piloten, die Teil der Operation zum Abschuss der russischen Su-24 im November 2015 waren, sich in Untersuchungshaft befinden.“ Der Regierungsvertreter betonte, dass die Militärpiloten wegen Verbindungen zum Putsch, nicht wegen des Angriffs auf das russische Flugzeug festgenommen worden seien.

Nach Angaben türkischer Behörden gehören die Piloten zu den mehr als 7.500 Türken, darunter 103 Generäle und Admiräle, die infolge des Putschversuchs vom 15. Juli festgenommen worden sind. Die Verantwortlichen des vereitelten Putschversuchs sollen hochrangige Offiziere der Luftwaffe sein.

Es wurde in den Monaten nach dem Zwischenfall mit dem russischen Kampfjet in keinem Bericht erwähnt, dass das Luftfahrzeug von einer Zweisitzerversion der F-16 abgeschossen worden war. Des Weiteren wurde vermutet, dass ein Pilot für den Angriff auf den russischen Bomber mit einer Luft-Luft-Rakete verantwortlich gewesen sei.

Die F-16, die das russische Luftfahrzeug, das in türkischen Luftraum eingedrungen war, angriff, operierte in einer Gruppe aus zwei Kampfflugzeugen, so dass der zweite Pilot sich in der anderen F-16 befunden haben könnte.

Am Tag nach dem Putschversuch teilte der Bürgermeister von Ankara Melih Gökcek mit, dass der Pilot, der das russische Kampfflugzeug abgeschossen hatte, an dem Putschversuch teilgenommen habe und Mitglied des geheimen Parallelstaates gewesen sei, einer Organisation, die von dem im selbstgewählten Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen geleitet werden soll.

„Der Parallelstaat hat unsere Beziehung zu Russland ruiniert. Mit hundertprozentiger Sicherheit war ein Pilot dieser Organisation an diesem Vorfall beteilit. Er war einer der Putschteilnehmer“, erklärte der Bürgermeister gegenüber dem Nachrichtensender CNN Türk und wies darauf hin, „dass unsere Beziehungen zu Russland sich wegen dieser Verbrecher verschlechtert haben.“

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