"Demokratisierung des Militärs" Türkei: Staatspräsident soll Geheimdienst und Generalstab kontrollieren

"Demokratisierung des Militärs"
Türkei: Staatspräsident soll Geheimdienst und Generalstab kontrollieren

Erdogan kündigt Änderungen bei militärischer Berichterstattung an. Teile der Streitkräfte werden erstmals dem Verteidigungsministerium berichten. Militärschulen sollen geschlossen werden.

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(Foto: AA)

Izmir (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte am gestrigen Samstag eine Reihe von Änderungen in der Organisationsstruktur der Streitkräfte der Türkei an. Diese sollen dem Militär einen zivilen Charakter verleihen und die Demokratie stärken.

Mit den Änderungen infolge des vereitelten Putschversuchs vom 15. Juli würden Boden-, Luft- und Seestreitkräfte direkt an den Verteidigungsminister berichten, erklärte Erdogan in einem live übertragenen Interview mit den TV-Sendern A Haber und ATV.

Des Weiteren regte er an, den Generalstab und den Nationalen Nachrichtendienst direkt unter die Kontrolle des Staatspräsidenten zu stellen, wies jedoch darauf hin, dass dies mit den Oppositionsführern noch erörtert werden müsse.

Außerdem sollen die Militärschulen geschlossen und durch Universitäten für Nationale Verteidigung mit Akademien für Armee, Luftwaffe und Marine ersetzt werden. Auch eine Gendarmerieakademie soll eingerichtet werden, so Erdogan weiter.

 

Die Verantwortung für Militärkrankenhäuser würde an das Gesundheitsministerium übertragen, fügte Erdogan hinzu. Es habe sich herausgestellt, dass gülenistische Agenten in Militärkrankenhäusern viele diensttaugliche Schüler von der Wehrpflicht befreit und Arztberichte gefälscht hätten, um sicherzustellen, dass bestimmte Schüler von den Militärschulen angenommem wurden und andere nicht.

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