Medienfreiheit Türkei: Erdogan kritisiert einseitige Berichterstattung des Westens

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Türkei: Erdogan kritisiert einseitige Berichterstattung des Westens

„Wenn der Westen wirklich die Demokratie verteidigt, dann sollte er keine zweideutigen Botschaften voller Anspielungen senden. Wir werden alle Aufnahmen und Videos ihnen zukommen lassen", so Erdogan.

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(Foto: AA)

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident kritisierte die einseitige Berichterstattung des Westens über den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei:

„Wenn der Westen wirklich die Demokratie verteidigt, dann sollte er keine zweideutigen Botschaften voller Anspielungen senden. Wir werden alle Aufnahmen und Videos ihnen zukommen lassen. Ich hoffe, dass sie, wenn sie sich das angesehen haben, den gewählten Präsidenten und die rechtmäßige Regierung nicht mehr so einfach als Diktatoren werden bezeichnen können.“

Erdogan appellierte auch an die Investoren, um sie hinsichtlich der Zukunft der türkischen Wirtschaft zu beruhigen: „An alle Investoren: Setzen Sie ihre Investitionen nicht aus, sondern bleiben Sie mit Entschlossenheit dran. Wir als der Staat werden niemals unsere Investitionen in die Infra- und Suprastruktur aufgeben.“

Im Zuge des tödlich verlaufenen Putschversuchs am 15. Juli war das Parlamentsgebäude teilweise durch Bomben und Schüsse beschädigt worden.

 

Die türkische Regierung hat erklärt, dass der Putschversuch von Anhängern des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen organisiert worden sei. Gülen wird vorgeworfen, durch die Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.

Der tödliche Putschversuch begann am 15. Juli, als abtrünnige Elemente im türkischen Militär die demokratisch gewählte Regierung des Landes stürzen wollten.

Mindestens 246 Menschen, darunter Sicherheitskräfte und Zivilisten, wurden während der Proteste gegen den vereitelten Putschversuch getötet und weitere 1.530 verletzt.

 


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