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Nach PKK und IS erklärt nun auch Al-Shabaab die Türkei zum Feind

Der neue Anführer der Al-Shabaab-Miliz hat seine erste Propagandarede dazu genutzt, der Türkei zu drohen. Dies war das erste Mal, dass das Land von einem der somalischen Hardline-Rebellen explizit erwähnt wurde. Im März dieses Jahres eröffneten al-Shabaab-Milizen auf Fahrzeuge, in denen Ärzte unterwegs waren, das Feuer und töteten dabei zwei türkische und drei somalische Mediziner.

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(Foto: AA)

Al-Shabaab erklärt Türkei zur Feindin Somalias

Im Statement des neuen Rebellenführers wird die Türkei erstmals ausdrücklich bedroht.

Mogadischu (nex) – Der neue Anführer der Al-Shabaab-Miliz hat seine erste Propagandarede dazu genutzt, der Türkei zu drohen. Dies war das erste Mal, dass das Land von einem der somalischen Hardline-Rebellen explizit erwähnt wurde.

Ahmed Umar Abu Ubaidah veröffentlichte die 45-minütige aufgenommene Rede am gestrigen Dienstag. Es war sein erstes Statement, seit er nach dem Tod seines Vorgängers durch einen US-amerikanischen Drohnenangriff zum neuen Anführer des al-Qaida-Ablegers ernannt wurde.

Abu Ubaidah, der in Somali sprach, erklärte: „Das türkische Volk ist der Feind unseres Volkes. Unsere Wirtschaft befindet sich in Turbulenzen, weil die Türkei sich in unsere Angelegenheiten einmischt. Sie haben unsere Wirtschaft unter ihrer Kontrolle und ihre Handlungen werden uns der Armut überlassen.“

Die Rede kommt einen Monat nach der Eröffnung einer großen Botschaft in dem kriegszerrütteten Land durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan während seiner Afrikareise.

Somalia, das seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in den frühen 1990-er Jahren eine der weltweit schlimmsten humanitären Katastrophen erlebt, erhielt wenig Hilfe von den Weltnationen; die Türkei hingegen stellte 2011 einen Betrag in Höhe von 350 Millionen US-Dollar für die humanitäre Unterstützung des Landes zur Verfügung.

Im März dieses Jahres eröffneten al-Shabaab-Milizen auf Fahrzeuge, in denen Ärzte unterwegs waren, das Feuer und töteten dabei zwei türkische und drei somalische Mediziner.

Einen Tag vor Erdogans Ankunft in Somalia im Juni sprengten die Terroristen ein Fahrzeug in der Nähe eines Hotels, in dem türkische Delegierte zusammengekommen waren, um letzte Details des Besuchs des Präsidenten abzustimmen, in die Luft. Bei dem Anschlag wurden zwei Menschen getötet. 2013 fuhren al-Shabaab-Milizen ein mit Sprengsätzen beladenes Auto in ein Geschäftshaus, in dem sich das Personal der türkischen Botschaft aufhielt. Hier gab es drei Tote.

Die Türkei begann ihre Somalia-Initiative im Jahr 2011. Damals leistete sie humanitäre Soforthilfe, als es wegen der Dürre und Hungersnot in dem Land zu Todesfällen kam. Seitdem spielt die Türkei eine wichtige Rolle in Somalia. Sie holte das Land aus der Isolation heraus, indem sie die Region modernisieren und den Hauptflughafen in Mogadischu wiederaufbauen ließ.

Beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Infrastruktur Somalias war die Entwicklungshilfe das Hauptinstrument. Die Arbeiten wurden vom Türkischen Präsidium für Internationale Kooperation und Koordination (TIKA) unterstützt. Die Türkei hat auch in der Landwirtschaft und Fischerei ihre Hilfe angeboten.


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