"Besorgniserregende Entwicklung" Krise in Armenien: Dutzende Regierungsgegner mit Verbrennungen und Knochenbrüchen

"Besorgniserregende Entwicklung"
Krise in Armenien: Dutzende Regierungsgegner mit Verbrennungen und Knochenbrüchen

Nach Angaben der Behörden am heutigen Samstag seien infolge der gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der Polizei und Regierungsgegnern in der armenischen Hauptstadt Jerewan Dutzende Menschen ins Krankenhaus verbracht und 26 Personen festgenommen worden.

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(Foto: BBC/Screenshot)

Dortmund (nex) – Nach Angaben der Behörden am heutigen Samstag seien infolge der gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der Polizei und Regierungsgegnern in der armenischen Hauptstadt Jerewan Dutzende Menschen ins Krankenhaus verbracht und 26 Personen festgenommen worden.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass 60 Personen in umliegende Krankenhäuser zur Behandlung ihrer Verletzungen wie Verbrennungen und Knochenbrüche transportiert worden seien. Die Ausschreitungen, die am gestrigen Freitagabend in der Nähe eines Polizeigebäudes, wo eine bewaffnete oppositionelle Gruppe sich fast zwei Wochen lang mit mehreren Geiseln verschanzt hatte, ihren Anfang nahmen, gingen bis in die Nachtstunden weiter. Es gab auch Schusswechsel zwischen der Polizei und der Gruppe.

Die Polizei setzte Schlagstöcke, Blendgranaten und Rauchbomben ein, um eine Versammlung, die zur Unterstützung der bewaffneten Gruppe abgehalten wurde, aufzulösen. Die Gruppe hatte drei Notärzte in ihrer Gewalt.

Wie die Polizei mitteilte, seien 165 Personen während der Unruhen festgenommen und von diesen wiederum 26 anschließend verhaftet worden. Die anderen seien wieder entlassen worden.

Die bewaffneten Männer, die Unterstützer des Oppositionsführers Jirair Sefilian waren, stürmten das Polizeigebäude am 17. Juli, töteten einen Beamten, nahmen mehrere Geiseln und beschlagnahmten ein Waffenlager. Seitdem hatten sie alle Polizeibeamen freigelassen, am vergangenen Mittwoch jedoch vier Mitglieder eines medizinischen Teams, die zur Behandlung der Verletzungen der Oppositionellen das Gebäude betreten hatten, nicht mehr gehen lassen.

Einer der Ärzte wurde frei gelassen, 24 Oppositionelle befanden sich noch immer in dem Gebäude. Drei von ihnen wurden bei dem Schusswechsel mit der Polizei am Freitag verletzt, zwei wurden unter bewaffneter Bewachung ins Krankenhaus verbracht.

Die US-amerikanische Botschaft in Jerewan teilte in einem Statement mit, dass sie „wegen der andauernden Geiselnahme zutiefst beunruhigt“ sei. Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjorn Jagland, rief beide Seiten dazu auf, „der gefährlichen Situation unverzüglich ein Ende zu setzen“.

Remzi Aru (ADD) verurteilte die unverhältnismäßige Vorgehensweise der Polizei aufs Schärfste und forderte die armenische Regierung zur Mäßigung im Umgang mit Demonstranten auf.

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