Islamic Banking Türkei: Islamische “Mega-Bank” mit Sitz in Istanbul geplant

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Türkei: Islamische “Mega-Bank” mit Sitz in Istanbul geplant

„Auf globaler Ebene hat das aktuelle Islamic Finance-Kapital einen Wert von rund zwei Billionen US-Dollar. 2020 soll das Volumen auf vier Billionen US-Dollar steigen. Es gibt in naher Zukunft reelle Entwicklungschancen“, so Vize-Ministerpräsident Simsek.

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(Foto: AA)

 

Vizepremier Simsek: Türkei gründet islamische ‚Megabank‘

Ankara (nex) – Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek teilte am Mittwoch mit, dass die Türkei noch in diesem Jahr eine islamische ‚Megabank‘ gründen werde. „Wir stehen in Kontakt mit der Islamic Development Bank, um eine Megabank in der Türkei zu gründen.

Indonesien hat ebenfalls angefragt“, erzählte Simsek in einer Ansprache auf einer Finanzkonferenz in Istanbul. Er fügte hinzu, dass Indonesien, die Türkei und die in Saudi-Arabien ansässige Islamic Development Bank während eines Aufenthalts in Washington im April dieses Jahres die Bildung von entsprechenden Fachkomitees beschlossen hätten.

„Die Türkei wird eine islamische Megabank gründen, die dieser Region der Welt dienen wird“, meinte der Finanzminister. „Auch Indonesien wird eine solche Bank haben. Es werden entweder spezialisierte oder gebietsorientierte Banken sein.“ Er fügte hinzu, dass die Bank ihren Hauptsitz in Istanbul haben werde. Simsek, der nach seiner Rede mit Journalisten zusammenkam, erklärte, dass das Finanzministerium und aller Voraussicht nach auch die Islamic Development Bank Partner der Bank sein würden. Die Regierung hat sich schon seit Langem zum Ziel gesetzt, Istanbul in ein Finanzzentrum zu verwandeln.

In seiner Rede wies Simsek darauf hin, dass das Islamic Finance, also das islam- und schariakonforme Finanzwesen, von zentraler Bedeutung sei. Islamic Finance beinhaltet zinsfreie Transaktionen im Einklang mit den Gesetzen des islamischen Rechts, der Scharia. „Islamic Finance hat das Potenzial für Wachstum, aber wir müssen dieses Potenzial mobilisieren“, betonte Simsek und rief islamische Banken auf, ihren Kunden mehr Produkte anzubieten.

Es gibt aktuell sechs in der Türkei operierende islamische Banken: Albaraka Türk, Bank Asya, Kuveyt Türk, Türkiye Finans, Ziraat Bank und VakifBank. Staatliche Banken wie Ziraat und Vakif haben erst vor Kurzem islamkonforme Angebote in ihr Sortiment aufgenommen.

Es wird damit gerechnet, dass Halkbank, eine weitere staatliche konventionelle Bank, ihre eigene islamkonformen Operationen starten wird. Islamic Banking nimmt fünf Prozent des gesamten Bankensystems in der Türkei ein. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil bis 2023 auf 15 Prozent zu erhöhen. Landesweit sind mindestens 16 000 Menschen in etwa 1100 Branchen des Islamic Finance beschäftigt.

Unterdessen forderte der Entwicklungsminister Cevdet Yilmaz, dass das Islamic Finance beschleunigt expandieren sollte. Während einer Tagung zur nachhaltigen Entwicklung, die am gestrigen Mittwoch in Istanbul stattfand, erklärte Yilmaz, dass das Islamic Finance-Kapital in der Türkei einen Wert von 40 Milliarden US-Dollar erreicht habe.

„Auf globaler Ebene hat das aktuelle Islamic Finance-Kapital einen Wert von rund zwei Billionen US-Dollar. 2020 soll das Volumen auf vier Billionen US-Dollar steigen. Es gibt in naher Zukunft reelle Entwicklungschancen“, fügte Yilmaz hinzu.

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