Brief an "John Doe" Panama Papers: NRW-Steuerfahndung sucht Kontakt zu Informanten

Brief an "John Doe"
Panama Papers: NRW-Steuerfahndung sucht Kontakt zu Informanten

Das Land Nordrhein-Westfalen versucht, die riesigen Dateien zu den weltweit diskutierten Panama-Papieren nun vom geheimen Informanten des Journalistennetzwerkes ICIJ zu erhalten.

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(Foto: pixabay)

Düsseldorf (ots) – Das Land Nordrhein-Westfalen versucht, die riesigen Dateien zu den weltweit diskutierten Panama-Papieren nun vom geheimen Informanten des Journalistennetzwerkes ICIJ zu erhalten.

Zu diesem Zweck hat die NRW-Steuerfahndung einen Brief an den Informanten mit dem Tarnnamen John Doe geschrieben. Dies bestätigte das NRW-Finanzministerium auf Anfrage der “Rheinischen Post”.

Die Behörde habe einen Weg gefunden, die Mail zuzustellen, hieß es. Dies kann nach Einschätzung der “Rheinischen Post” nur bedeuten, dass ein Mitglied des ICIJ gebeten wurde, die Mail an Doe geheim und auf einem geschützten Weg weiterzugeben. Der dem ICIJ sehr wichtige Informantenschutz bleibt so gewahrt.

Mit dem Brief reagierte NRW auf das am Samstag bekannt gewordene öffentliche Angebot von Doe, er wolle mit Behörden zusammenarbeiten, sofern man für seine Sicherheit als Informant sorge. Geld hat der Informant ausdrücklich nicht gefordert.

Dass nun aber ausgerechnet die Steuerfahndung NRW ihn anschreibt,ist interessant: Die NRW-Finanzbehörde hatte in der Vergangenheit mehrere Steuer-CDs aufgekauft. Auch an den Panama-Papieren hatte NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) wiederholt hohes Interesse signalisiert, um Steuerbetrüger zu stellen.

Das Land NRW hat auch bereits einmal Daten der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca aus Panama für rund eine Million Euro gekauft – die Panama-Papiere kommen auch von Mossack Fonseca, sind aber viel umfangreicher.

Zum Hintergrund: Die in der ICIJ zusammenarbeitenden Medien haben zwar breit über die Panama-Papiere berichtet. Die Organisation lehnt es aber aus grundsätzlichen Erwägungen ab, die Panama-Papiere an Behörden weiterzugeben, da deren Unterstützung nicht Aufgabe von Journalisten sei.

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