US-Wahlen Die 6 islamfeindlichsten Momente der US-Vorwahlen

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Die 6 islamfeindlichsten Momente der US-Vorwahlen

Muslime sollen eigene Ausweise tragen, Moscheen geschlossen und der Nahe Osten bombardiert werden: Im Rennen um die US-Präsidentschaft überbieten sich die Kandidaten mit immer islamfeindlicheren Forderungen. Trump ist also nicht allein.

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(Foto: pixa)

Nicht einmal ein Prozent der amerikanischen Bevölkerung sind Muslime. Eine bedeutende Rolle im Vorwahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft spielen sie trotzdem – nicht als potenzielle Wähler, sondern als Feindbild. Hier sind die sechs islamfeindlichsten Momente im Rennen um das US-Präsidentenamt.

Als Donald Trump seinen ersten Wahlkampf-Spot veröffentlichte

Donald Trump wird nachgesagt, nur stupide Parolen, aber kaum konkrete Inhalte zu liefern. Das mag bei fast jedem Politikfeld stimmen, nicht aber, wenn es um Repressionen gegenüber Muslimen geht: Diesen will er die Einreise in die USA verwehren. Jene, die schon in den USA als amerikanische Staatsbürger leben, sollen spezielle Ausweise tragen. Zusätzlich sollen ihre Identitäten in einer Datenbank gespeichert werden. Selbst seinen ersten TV-Spot hat Trump der Diskriminierung von Muslimen gewidmet.

Als Ben Carson keinen Muslim als Präsident wollte

Ben Carson gilt spätestens seit dem Super Tuesday als chancenlos im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Das war nicht immer so. Im vergangenen September katapultierte sich der ehemalige Neurochirurg einmal kurz an die Spitze des Bewerberfeldes, indem er in einem Interview kundtat, dass er sich keinen Muslim im Amt des US-Präsidenten vorstellen könnte. Dies verträgt sich zwar nicht mit der in der Verfassung festgeschriebenen Religionsfreiheit, brachte Carson aber nach eigener Aussage jede Menge Spendengelder ein. Gegenüber CNN sagte er einige Tage später: „Das Geld kam so schnell herein, es war schwer, den Überblick zu behalten.“

Als Marco Rubio nicht nur Moscheen schließen wollte

Marco Rubio gilt auch in deutschen Medien als gemäßigter Konservativer. Seine Positionen gegenüber Muslimen sind aber nicht weniger radikal als die von Trump. Als ihn im November eine Fox-News-Moderatorin auf die Trump-Forderung ansprach, im Kampf gegen den IS Moscheen in den USA schließen zu wollen, zog dieser noch an seinem Konkurrenten vorbei: „Es geht nicht nur darum, Moscheen zu schließen. Es geht darum, jeden Ort zu schließen – sei es ein Café, ein Restaurant – jeder Ort, an dem Radikale inspiriert werden.“

Als Donald Trump dazu aufrief, Zivilisten zu ermorden

Es gehört schon viel dazu, selbst die rechtspopulistischen Moderatoren von Fox-News vor lauter Menschenverachtung sprachlos zu machen. Donald Trump hat es geschafft. Auf die Frage, wie er im Kampf gegen den IS zivile Opfer vermeiden wolle, antwortete er, wie er gezielt Zivilisten umbringen werde:
„Ich würde absolut mein Bestes geben. Einer der Gründe dafür, dass wir so ineffektiv sind, ist: Die benutzen menschliche Schutzschilde, das ist eine schreckliche Sache. Aber wir kämpfen einen überaus politisch korrekten Krieg. Die Sache bei den Terroristen ist, du musst ihre Familien töten. Wenn die sagen, ihnen ist ihr Leben egal, dann musst du ihre Familien töten.“

Als auch Ted Cruz zu Kriegsverbrechen aufrief

Unter all den republikanischen Kriegstreibern herauszustechen, ist nicht einfach. Als die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Anfang Dezember ihre außenpolitischen „Programme“ vorstellten, hat Texas‘ Senator Ted Cruz es dennoch geschafft. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa kündigte er an, den IS mit einem „Flächenbombardement“ des Irak besiegen zu wollen. Cruz‘ wohl lustig gemeinter Nachsatz zum angekündigten Massenmord: „Ich weiß nicht, ob Sand im Dunkeln leuchten kann. Aber wir werden es herausfinden.“

Als die Bewohner New Hampshires deutlich machten, dass nicht nur die Kandidaten das Problem sind

Eines muss man der islamophoben Agenda der republikanischen Präsidentschaftskandidaten zumindest zugute halten: Den Nerv potenzieller Wähler trifft sie. Bei der Vorwahl in New Hampshire stimmten Zweidrittel der befragten republikanischen Wähler Trumps Forderung zu, Muslimen die Einreise in die USA zu verwehren. Und bei einem Exit-Poll in North Carolina forderten 72 Prozent der republikanischen Befragten, Muslime vom Rennen um die US-Präsidentschaft auszuschließen. 40 Prozent wollten den Islam sogar gleich ganz verbieten.

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Erschienen bei Schantall und die Scharia

 

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