Überwachung durch NSA Wikileaks: NSA belauschte Telefongespräch zwischen Merkel und Ban Ki-moon...

Überwachung durch NSA
Wikileaks: NSA belauschte Telefongespräch zwischen Merkel und Ban Ki-moon zum Klimagipfel

Jüngst veröffentlichen Wikileaks-Dokumenten zufolge soll die NSA im Vorfeld des Klimagipfels 2008 den UN-Generalsekretär und Kanzlerin Merkel belauscht haben.

TEILEN
(Foto: dts)

Posen (nex) – Der US-Geheimdienst NSA soll 2008 die Telefongespräche zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, abgehört haben. Dies geht aus den jüngst veröffentlichten Enthüllungen der Plattform „Wikileaks“ hervor. In einem Gespräch, das von der NSA abgefangen wurde, soll Ban die Bundeskanzlerin zu ihren Bemühungen im Zusammenhang mit der Klimapolitik und ihren Bestrebungen, andere politische Führer der EU mit ins Boot zu holen, beglückwünscht haben. Ban erklärt Merkel gegenüber, dass es ohne fortwährende Führungsstärke vonseiten der Europäischen Union bezüglich des Themas schwierig wäre für die UN, im Zuge der damals in Vorbereitung befindlichen Konferenz von Posen ein verbindliches Abkommen zu erreichen. Der UN-Generalsekretär äußerte sich demnach auch optimistisch bezüglich der kurz zuvor erfolgten Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten und gab seiner Hoffnung Ausdruck, die USA könnten sich fortan noch stärker für das Thema des so genannten „Klimaschutzes“ engagieren.

Im Vorjahr hatten deutsche Medien berichtet, dass die NSA über Jahrzehnte hinweg Telefongespräche aus dem Kanzleramt abgehört hätte, auch jene der Amtsvorgänger von Kanzlerin Merkel. Über die jüngste Wikileaks-Veröffentlichung berichteten die Süddeutsche Zeitung, der NDR und der WDR. Der Gründer der Plattform Wikileaks, Julian Assange, erklärte, auch private Treffen des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon zum Thema „Klimaschutz“ seien belauscht worden. Der Grund dafür sei ein Interesse der USA gewesen, ihre großen Ölunternehmen zu schützen. „Es wird interessant werden, die Reaktion der UNO zu sehen“, erklärte der in der ecuadorianischen Botschaft in London aufhältige Whistleblower, „denn wenn der UN-Generalsekretär ohne Konsequenzen ins Visier genommen werden kann, ist jeder, vom Weltenlenker bis zum Straßenkehrer, gefährdet.“

Facebook Kommentare