Start Panorama Kriminalität Mordfall Wunderlich Nach 29 Jahren: DNA überführt DDR-Mörder

Mordfall Wunderlich
Nach 29 Jahren: DNA überführt DDR-Mörder

Jahrzehnte suchte die Polizei nach dem Mörder einer jungen Frau. Erst in der DDR, danach in ganz Deutschland. Jetzt wurde der Unhold gefunden und wird angeklagt.

(Foto: Polizei Zwickau/Screenshot MDR)
Teilen

Von Peter Z. Ziegler 

Berlin (BZZ/nex) – Jahrzehnte suchte die Polizei nach dem Mörder einer  jungen Frau. Erst zwei Jahre in der DDR, nach der Wende im Freistaat Sachsen. Jetzt wurde der Unhold gefunden und wird angeklagt. Modernste Gerichtsmedizin und ein engagierter Kriminalist haben ihn überführt. Seine DNA am Büstenhalter der Ermordeten hat ihn verraten.

Die Lösung im Mordfall Heike Wunderlich rückt näher. Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat in dem DDR-Uralt-Fall jetzt Anklage gegen Helmut S. (60) erhoben. Er sei dringend verdächtig, die damals 18-Jährige 1987 bei Plauen in Sachsen vergewaltigt und danach erdrosselt zu haben.

Er war einer der spektakulärsten Mordfälle der DDR und bis voriges Jahr ungeklärt: Ein Grenzsoldat hatte die tote und fast nackte Heike Wunderlich am 10. April 1987 im Unterholz des Voigtsgrüner Waldes entdeckt. Neben ihr lag ihr Moped. Die junge Frau aus Altensalz, die als Strickerin im VEB Plauener Gardine arbeitete, war in der Nacht zuvor missbraucht und getötet worden. Außerdem fehlte ihr Monatslohn über 700 Ostmark.

Jahrzehnte suchte die Polizei nach dem Mörder der jungen Frau. Es gab immer wieder DNA-Tests, sogar eine Massenspeichelprobe unter Plauener Männern. Ohne Erfolg.Doch der Zwickauer Kriminalist Enrico Petzold (47) ließ nicht locker, schickte die nach dem Mord sichergestellte Kleidung der Toten erneut zur Untersuchung ins Kriminaltechnische Institut nach Dresden.

Ein Abgleich mit der Datenbank führte zu Helmut S. Der war wegen einer Körperverletzung und anderen Delikten in der Datenbank gespeichert. S. hatte zur Tatzeit in Plauen gelebt, wohnt seit Jahren in Gera.

Bisher bestreitet der Verdächtige, etwas mit dem Mord an Heike Wunderlich zu tun zu haben. Aber Staatsanwältin Ines Leonhardt (44) ist sicher: „Wir können ihm die Tat nachweisen anhand der gefundenen Spuren und weiterer Indizien.“

So befanden sich DNA-Spuren von Helmut S. am BH-Träger von Heike Wunderlich. Mit diesem Kleidungsstück wurde sie erdrosselt.