Start Panorama Ausland Staatsanwaltschaft verlangte 600 Jahre Türkei: 508 Jahre Gefängnisstrafe für mutmaßlichen Kinderschänder

Staatsanwaltschaft verlangte 600 Jahre
Türkei: 508 Jahre Gefängnisstrafe für mutmaßlichen Kinderschänder

Ein Gericht in der Türkei verhängte eine Rekordstrafe von 508 Jahren und drei Monaten für den verdächtigen Lehrer, der zehn Jungen in der zentralen Provinz Karaman missbraucht haben soll.

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(Foto: daily)

Ankara (nex/ds) – Ein Gericht verhängte am Mittwoch eine Rekordstrafe von 508 Jahren und drei Monaten für den verdächtigen Lehrer, der zehn Jungen in der zentralen Provinz Karaman missbrauchte.

Der Prozess gegen Muharrem B. begann am Mittwoch in Karaman, wo der Missbrauch stattfand.

Das Gericht erteilte separate Strafmaßnahmen für jedes einzelne Opfer und verurteilte ihn zu 100 Jahren Haft für das erste Opfer, 88 Jahre für das Zweite, 104 Jahre für das Dritte, 62 Jahre für das Vierte und 69 Jahre für das fünfte Opfer.

Muharrem B. erhielt seine Haftstrafe für folgende Verstöße: sexueller Missbrauch, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und das Ausstrahlen von pornografischem Filmmaterial an Kinder.

Die Staatanwaltschaft verlangte bis zu 600 Jahren Haft für sexuelle Nötigung von Kindern, sowie andere Handlungen des sexuellen Missbrauchs.

Während der Verhandlung im Kriminalgericht Karaman wies Muharrem B. die Vorwürfe zurück, die gegen ihn gerichtet wurden, und behauptete, dass die Kinder sich gegenseitig missbrauchten und er für sie verantwortlich gemacht wird.

Aus Sicherheitsgründen ergriff die örtliche Polizei Maßnahmen, da sich eine große Menschenmenge von Nichtregierungsorganisationen in der Stadt Karaman versammelte. Es handelte sich außerdem um eine geschlossene Gerichtsverhandlung, jedoch wurden die Journalisten vor der Kundgebung des Urteils in den Gerichtssaal zugelassen.

Die Behörden verboten auch jede Art der Demonstration im Laufe des Tages, aus Vorsicht vor Ausschreitungen, die bei solchen Verhandlungen üblich sind. Geplant war, dass Muharrem B. über eine Videoverbindung aus seiner Gefängniszelle bei der Verhandlung teilnehmen sollte, doch entschied sich das Gericht, dass er persönlich erscheinen sollte.

Der Missbrauch fand in den Häusern statt, die zu dem lokalen Karaman Imam-Hatip-Alumni-Netzwerk (KAİMDER) und der Stiftung Ensar gehören, einer renommierten bundesweiten Wohltätigkeitsorganisation, die Behausung und Stipendien für Studenten in der ganzen Türkei bieten.

Zusammen mit dem Ausmaß des Missbrauchs wurde der Fall höchst politisch eingestuft, da die Nichtregierungsorganisationen konservativ sind und darauf bestanden, dass dieser Vorfall ein Einzelfall war und nicht die ganze Gemeinschaft diffamiert werden sollte. Diese Meinung wurde auch von Regierungsbeamten wiederholt geäußert.

Allerdings beschuldigen die Opposition und verschiedene Rechtsgruppen diese Organisationen und die Regierung, dass sie systematisch den Missbrauch ignorieren, die in illegal etablierten Häusern stattfänden und von den lokalen Behörden unterstützt würden.

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