Terror-Touristen
    Irak: Behörden der kurdischen Autonomieregion nehmen immer wieder ausländische Kämpfer der YPG fest

    Molloys Vater bezeichnete es als „eine Ironie“, dass sein Sohn, der Kurden habe helfen wollen, nun von kurdischen Behörden festgenommen worden sei.

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    Jac Holmes (r) (Foto: Facebook)

    Drei ausländische YPG-Kämpfer aus dem Gefängnis entlassen, befinden sich nun auf dem Nachhauseweg

    Erbil (nex) –  Drei Ausländer, die auf der Seite der syrisch-kurdischen PKK-Ablegers „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) gekämpft hatten, wurden am gestrigen Sonntag freigelassen, nachdem sie zuvor an der irakisch-syrischen Grenze auf dem Weg in die kurdische Autonomieregion festgenommen worden waren.

    Zwei Briten, Jac Holmes und Joe Ackerman sowie ein Ire, Joshua Molloy, wurden in Sindschar wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen und zehn Tage lang von der kurdischen Autonomieregion (KRG) in Erbil festgehalten.

    Joshua Molloy (24) ging zum ersten Mal im März 2015 in die kurdischen Autonomiegebiete in Nordsyrien. Zuvor hatte er seinen vierjährigen Militärdienst in der britischen Armee abgeleistet. Es waren die Verbrechen des IS (Daesh), besonders das Massaker an den Jesiden in Sindschar, die ihn dazu bewogen, sich den YPG anzuschließen.


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    Molloys Vater, Declan Molloy, erzählte dem staatlichen Sender RTE, dass sein Sohn sich nicht als Freiheitskämpfer betrachtet habe, sondern der Meinung gewesen sei, sich im humanitären Bereich zu engagieren.

    Jac Holmes, ein IT-Angestellter, war 22 Jahre alt, als er im Januar 2015 nach Syrien ging, um gegen den IS (Daesh) zu kämpfen. Er hatte keinerlei militärische Erfahrung, fühlte sich jedoch moralisch verpflichtet, sich dem Kampf gegen den IS (Daesh) anzuschließen.

    „Das ist eine schreckliche Terrororganisation, sie versklaven Menschen, sie plündern – sie denken, dass ihre Version des Islams ihnen dieses Recht gibt“, zitierte BBC Holmes. „Jeder mit gesundem Menschenverstand sieht, dass es daran nichts Religiöses oder zu rechtfertigen gibt.“

    Holmes wurde während eines Versuchs, ein IS-Dorf einzunehmen, in den Arm geschossen. Er kehrte zur medizinischen Behandlung nach Großbritannien zurück und schloss sich anschließend wieder den YPG an.

    Nach seiner Freilassung am gestrigen Sonntag postete er auf Facebook: „Bin raus aus dem Gefängnis, Leute, danke für eure Unterstützung.“

    Joe Ackermans Statusmeldung auf Facebook lautete lediglich: „Frei.“

    Auch Ackerman ist ein ehemaliger Soldat. Kurdische Medien berichteten, dass Ackerman sich den YPG anschloss, nachdem das Versagen des Westens gegenüber dem IS (Daesh) ihn desillusionierte. „Keiner sonst schien irgendetwas zu unternehmen“, wurde er von Kurdish Daily News zitiert.

    Ausländer, die die Grenze in die kurdische Autonomieregion illegal überqueren, müssen mit einer einmonatigen Gefängnisstrafe rechnen. Für abgelaufene Visa gilt eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 US-Dollar pro Monat.

    Molloys Vater bezeichnete es als „eine Ironie“, dass sein Sohn, der Kurden habe helfen wollen, nun von kurdischen Behörden festgenommen worden sei.

    Westliche Staaten warnen ihre Staatsbürger vor Reisen nach Syrien und in den Irak sowie davor, sich dem Kampf gegen den IS (Daesh) anzuschließen, da man sonst bei Rückkehr in den Heimatstaat mit einer Strafanzeige rechnen müsse. Trotz dieser Warnungen haben sich bislang Hunderte Menschen aus Nordamerika und Europa auf den Weg gemacht, sich den kurdischen Kämpfern anzuschließen.

    Die Konsulate organisieren momentan die Rückreise der drei Männer in ihre Heimatländer.

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