Betrüger oder politische Extremisten? Hacker stellen 50 Millionen Meldedaten türkischer Bürger...

Betrüger oder politische Extremisten?
Hacker stellen 50 Millionen Meldedaten türkischer Bürger online

Noch unbekannte Hacker haben sich eines alten Datenverzeichnisses auf einem türkischen Regierungsserver bemächtigt und damit Datendieben ein Geschenk gemacht. Die Aktion wurde in einem Bekennerschreiben als „Regierungskritik“ apostrophiert.

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(Foto: Flickr CC BY 2.0)

Washington, D.C. (nex) – Angeblich, um auf diese Weise gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und die AKP-Regierung zu protestieren, sind Hacker offenbar in einen Regierungsserver eingedrungen, auf dem Meldedaten gespeichert sind, und haben die Daten von etwa 50 Millionen türkischen Staatsangehörigen ins Netz gestellt.

Die ganze Aktion lief unter dem Motto „Lektionen für die Türkei“. Nun kann jeder Interessierte unter die „Turkish Citizen Database“ mit einem Datenvolumen von 1,5 GB auf seine Festplatte packen. Es steht bis dato noch nicht fest, in die Datennetze welcher Behörde die Hacker exakt einbrachen.

Erste Auswertungen legen nahe, dass es sich dabei um ein Wählerregister handeln könnte. Die Daten sind zudem auch vielfach veraltet – die jüngsten stammen aus dem Jahr 2008. Über die Datenbank sind nun Namen und Geburtsdaten der betroffenen Bürger, die Namen der Eltern, Meldebezirk und Postadresse und die jedem Bürger individuell zugeteilte Identitätsnummer abrufbar. Neben Ahnenforschern und Erbenermittlungsdiensten, für die diese Veröffentlichung ein Geschenk des Himmels darstellen dürfte, könnten jedoch auch Online-Betrüger ihre Chance sehen und versuchen, mithilfe der Daten Konten zu eröffnen oder Flugbuchungen abzufragen.

Einen betrügerischen Hintergrund streiten die Hacker jedoch ab: In einem digitalen Bekennerschreiben nennen sie Kritik an der türkischen Regierung und am „religiösen Extremismus in der Türkei“ als angebliche Beweggründe. Die türkische Regierung ihrerseits dürfte mit einer intensiven Untersuchung des Angriffs reagieren und die digitalen Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Die Ausforschung der Täter dürfte schwierig werden, da diese bis dato nicht einmal eine Webdomain registriert haben. Erste Spuren deuten jedoch darauf hin, dass die Verantwortlichen in den USA beheimatet sein könnten.

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