„Woche gegen den Krebs“ Erdogans Kampagne gegen das Rauchen trägt Früchte: 3000...

„Woche gegen den Krebs“
Erdogans Kampagne gegen das Rauchen trägt Früchte: 3000 Krebskranke weniger

Wie der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinohlu auf einer Pressekonferenz in Istanbul mitteilte, seien die Maßnahmen gegen das Rauchen ein großer Erfolg. Die Zahl neu diagnostizierter Krebspatienten im Zusammenhang mit Tabakkonsum sei von 33.000 auf 30.000 neue Fälle gesunken.

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(Foto: aa)

Türkei: Neue Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums

Istanbul (nex) – Der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu teilte am vergangenen Samstag auf einer Pressekonferenz in Istanbul mit, dass ein neues Gesetz zur weiteren Reduzierung des Konsums von Tabakprodukten an öffentlichen Plätzen auf den Weg gebracht werden solle.

Müezzinoglu wies darauf hin, dass man sich derzeit in der „Woche gegen den Krebs“ befinde und die Maßnahmen gegen die Tabakprodukte dabei geholfen hätten, die Zahl neu diagnostizierter Krebspatienten im Zusammenhang mit Tabakkonsum um acht bis zehn Prozent, also von 33.000 neuen Fällen auf 30.000 neue Fälle zu reduzieren.

Der Gesundheitsminister fügte hinzu, dass dieser Erfolg mit verschärften Maßnahmen noch weiter steigen werde und informierte über neue Gesetze, die auf der Agenda zur Eindämmung des Tabakkonsums stünden.

So sollen Zigaretten in abgeschlossenen Regalen verkauft werden. Nur 25 Prozent der öffentlichen Bereiche von Teehäusern und Cafés sollen Rauchern zur Verfügung stehen. Rauchen auf Spielplätzen soll verboten werden. In Parks soll ebenfalls nur auf 25 Prozent der Gesamtfläche geraucht werden dürfen. Zudem sollen an Stränden mindestens 50 Prozent der Sonnenliegen im Nichtraucherbereich aufgestellt werden.

Müezzinoglu fügte hinzu, dass in Gebäuden wie Einkaufszentren und Krankenhäusern, in denen sich größere Menschenmengen aufhalten, beim Rauchen ein gewisser Abstand zum Eingangsbereich eingehalten werden muss. Des Weiteren liegt dem Parlament ein Gesetzesantrag zum Verkaufsverbot von Tabakprodukten auf Universitätsgeländen vor.

Die Türkei ist bekannt dafür, ein Land der starken Raucher zu sein. 2007 wurde das Rauchen in öffentlichen Büros, Flugzeugen und Bussen verboten. 2008 folgte das Rauchverbot in allen Innenbereichen, auf Freiflächen aller öffentlichen Einrichtungen und in allen Verkehrsmitteln sowie in Bars, Restaurants, Cafés und Shishabars. Das Verbot musste innerhalb eines Jahres nach Verabschiedung umgesetzt werden. Die Steuern auf die Tabakprodukte machen mehr als 80 Prozent des Verkaufspreises aus und sind somit deutlich höher als in den meisten Ländern der Welt. Tabakwerbung sowie Tabakprodukteplatzierungen in den Medien sind verboten.

Die Rauchproblematik ist dem türkischen Präsidenten ein persönliches Anliegen. Er wird oft dabei beobachtet, wie er versucht, Menschen dazu zu bewegen, mit dem Rauchen aufzuhören und er ihre Zigarettenschachteln einsammelt.

Jedoch ist es leider so, dass die umfassende Umsetzung des Rauchverbots, vor allem in Bars und Restaurants, nicht gerade von Erfolg gekrönt ist – sieht man doch im ganzen Land gerade an diesen Orten Menschen in unmittelbarer Nähe zu einem Verbotsschildchen ihre Zigarette rauchen.

 

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