Start Politik Ausland Kritiker sprechen von Selbstzensur Deutsche Medien verweigern Abdruck Merkel-kritischen Inserats

Kritiker sprechen von Selbstzensur
Deutsche Medien verweigern Abdruck Merkel-kritischen Inserats

Eine AfD-nahe Vereinigung musste ein Inserat gegen die Politik der deutschen Kanzlerin in der NZZ schalten, weil es in Deutschland kaum Abnehmer gab.

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(Screenshot: nzz)

Zürich (nex) – In der „Neuen Zürcher Zeitung“ sorgte kürzlich eine Anzeige für Aufsehen, die für nicht weniger als 16 000 Euro von der „Vereinigung zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheit“ in der internationalen Ausgabe des renommierten Blattes geschaltet worden war.

„Merkel mogelt weiter“ lautete die Überschrift eines großflächigen Inserates, das ein Bild der Kanzlerin als Hütchenspielerin zeigt und scharfe Kritik am Flüchtlingsdeal mit der Türkei artikuliert, den die Auftraggeber aus dem AfD-Umfeld für „Geldverschwendung“ halten.

Verantwortlich für das Inserat zeichnet ein AfD-Mitglied aus Bayern, finanziert haben sollen die Einschaltung jedoch zwölf Millionäre, die namentlich nicht genannt werden wollten. Bis auf die „Hannoversche Zeitung“ wollte nach Angaben des Inserenten keine einzige deutsche Zeitung das Inserat schalten.

Dies würde im Umkehrschluss jedoch auch bedeuten, dass keine jener Zeitungen, die bei anderer Gelegenheit gerne einen besonderen Belehrungseifer an den Tag legen, wenn es um die Pressefreiheit in anderen Ländern, etwa der Türkei, geht, bereit war, dieser bezahlten Form der Regierungskritik ein Forum zu bieten.

Ein derartiges Beispiel für Selbstzensur sei in der Türkei eher unüblich, beanstanden Kritiker in sozialen Medien. Eine ähnliche Aktion gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, würde sie auf Plattformen wie Facebook und Twitter geäußert, könnte regelmäßig auf die Mitwirkung einer Vielzahl von Zeitungen von Sözcü über Hürriyet bis hin zu Cumhuriyet oder dem Zaman-Ersatzblatt Yeni Hayat zählen.

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