EU-Türkei-Kooperation Dank enger Zusammenarbeit zwischen Türkei und EU: Schweden nimmt Ex-PKK-Chef fest

EU-Türkei-Kooperation
Dank enger Zusammenarbeit zwischen Türkei und EU: Schweden nimmt Ex-PKK-Chef fest

Nachdem deutschen Sicherheitsbehörden bereits im Februar durch die Festnahme des hochrangigen Funktionärs Muhsin K (Codename "Delil") ein Erfolg im Kampf gegen die PKK gelungen war, hat nun auch Schweden einen großen Coup gelandet.

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(Symbolfoto: nex24.com)

Stockholm (nex) – Nachdem deutschen Sicherheitsbehörden bereits im Februar durch die Festnahme des hochrangigen Funktionärs Muhsin K (Codename “Delil”) ein Erfolg im Kampf gegen die PKK gelungen war, hat nun auch Schweden einen großen Coup gelandet.

Nach Angaben der schwedischen Behörden nahm die Polizei am gestrigen Mittwoch einen türkischen Staatsbürger fest, nach dem in Deutschland wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrororganisation PKK gefahndet werde.

Der Mann wurde um etwa 0630 GMT am größten Flughafen Schwedens, Arlanda-Stockholm, festgenommen.

„Die betreffende Person wird der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation, namentlich der PKK, beschuldigt“, erklärte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Sie fügte hinzu, dass der Verdächtige ein türkischer Staatsbürger sei und verdächtigt werde, zwischen Juli 2012 und Juli 2014 einer der so genannten regionalen Anführer der PKK in Deutschland gewesen zu sein.

Die schwedischen Staatsanwälte bearbeiteten den Auslieferungsantrag, so die Sprecherin weiter.

Die PKK wird in der Türkei, der Europäischen Union und den USA als eine Terrororganisation angesehen.

Tausende Terroristen und Hunderte Zivilisten und Soldaten wurden seit letztem Sommer getötet, als die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) nach zweieinhalbjährigem Waffenstillstand und Friedensprozess ihren Kampf für eine größere Autonomie wiederaufgenommen hat.

Deutschland ist für circa drei Millionen türkischstämmige Menschen ihr Zuhause. Etwa jeder Vierte ist ethnischer Kurde, die in den 1960-er und 70-er Jahren zum Arbeiten oder als Flüchtlinge, die vor der Gewalt in den 1980-er und 90-er Jahren flohen, nach Deutschland kamen.

Während Deutschland sich um die Eindämmung einer diplomatischen Krise, ausgelöst durch das Schmähgedicht Jan Böhmermanns über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, bemüht, sind Experten zunehmend über einen Nebeneffekt des Flüchtlingsabkommens mit Ankara besorgt: die Eskalation der Gewalt zwischen türkischen Nationalisten und PKK-Anhängern.

Der für den Fall zuständige Staatsanwalt Ronnie Jacobsson erklärte am Mittwochmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass die deutsche Polizei einen internationalen Haftbefehl gegen den am Flughafen in Gewahrsam genommenen Verdächtigen erlassen habe. Jacobsson teilte mit, dass der 1980 geborene Mann sich auf der Durchreise befand.

Die türkischen Nachrichtenagenturen Dogan und IHA berichteten, dass der Mann bei der Passkontrolle festgenommen worden sei. Er sei auf dem Weg zu einem Flugzeug der Turkish Airlines gewesen.

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