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Islamisierung des Abendlandes
Uni Dortmund wird Scharia-Zone: Betreten des Ruheraumes nur mit Kopftuch erlaubt

Da muslimische Studenten einen Ruheraum zu einer Gebetsstätte umgestaltet und Frauen vorgeschrieben hatten, dort Kopftücher zu tragen, ließ die Uni Dortmund den Raum nun schließen.

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(Foto: Flickr/Holger)

Dortmund (nex) – Da muslimische Studenten einen Ruheraum zu einer Gebetsstätte umgestaltet und Frauen vorgeschrieben hatten, dort Kopftücher zu tragen, ließ die Uni Dortmund den Raum nun schließen. Das darauffolgende Echo sei gewaltig, berichtet die WAZ. Die Reaktionen reichten von begeisterter Zustimmung zur Haltung der Uni Dortmund bis zu fremdenfeindlichen Tiraden.

Anfang 2012 habe die TU Dortmund beschlossen, im Physik-Gebäude einen Raum einzurichten, der Studierenden aller Glaubensrichtungen als Rückzugsort im hektischen Unialltag für Gebet, Einkehr und Meditation dienen sollte, berichtet die WAZ weiter. Der Hochschule sei es wichtig gewesen, dass es ein „religiös neutraler Ort“ sei, der aber auch muslimischen Studenten, die zuvor im Treppenhaus beten mussten, zur Verfügung stehe.

Die Nutzungsordnung habe betont, dass „religiöse Symbole, Zeichen oder Ähnliches nicht aufgestellt oder angebracht werden“ dürfen. Muslimische Studenten hätten sich aber nicht daran gehalten und den Raum umgestaltet. Mit Stellwänden, Regalen und Decken sei er in einen kleinen Frauen- und einen größeren Männerbereich geteilt worden. Gebetsteppiche, Koranbücher und Flugblätter mit Vorschriften, wie Frauen sich zu verhalten und zu kleiden hätten – unter anderem sollten sie kein Parfüm benutzen und ein Kopftuch tragen, hätten dort gelegen.

Der für den Raum zuständige Allgemeine Studierenden Ausschuss (Asta) habe den Raum daraufhin vorübergehend schließen lassen. Nach einem „klärenden Gespräch“ habe man den Raum wieder freigegeben. Als es im Januar erneut zu Beschwerden gekommen sei, habe das Rektorat die Türe abgeschlossen. Wieder hätten muslimische Studenten die Räume aufgeteilt und Frauen an der Tür abgefangen, um ihnen mitzuteilen, nur mit Kopftuch den Raum zu betreten und den kleineren Raum zu benutzen.

Auch Gebetsteppiche und Gefäße für Fußwaschungen seien wieder dort gewesen. „Das war ein klarer Verstoß gegen die Nutzungsordnung sowie gegen das Gleichheitsgebot im Grundgesetz. Das dürfen wir nicht dulden“, zitiert die WAZ Unisprecherin Eva Prost. Der Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen offen stehenden „Raum der Stille“ zu schaffen, sei „leider gescheitert“. Als Kapitulation möchte die Unileitung ihren Schritt aber nicht verstanden wissen, es gehe darum, die Grundrechte zu wahren sowie die Diskriminierung von Frauen und anderen Religionen zu unterbinden.

Gegen Gebetsräume sei im Grunde auch nichts einzuwenden, sagte Prof. Stefan Reichmuth, Islamwissenschaftler an der Ruhr-Uni Bochum. Reichmuth musste vor rund drei Jahren Vorwürfen entgegentreten, das Seminar für Orientalistik der Ruhr-Uni werde von radikalen Salafisten unterwandert, was sich als unhaltbar erwiesen habe. Unzulässig seien aber religiöse Kleidungs- und Nutzungsvorschriften für solche hochschuleigenen Orte. „Kopftücher vorzuschreiben oder den Raum nach Geschlechtern zu trennen – das geht überhaupt nicht.“, sagte Reichmuth der WAZ.

Der Uni Dortmund sei indes bewusst, dass trotz aller religiösen Querelen der Bedarf der Studierenden nach einem Rückzugsort auf dem Campus groß sei. Derzeit werde geprüft, ob der „Raum der Stille“ in Zukunft Studentinnen mit kleinen Kindern vorbehalten sein soll, so die WAZ.

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