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Iran: Nach Ende der Sanktionen intensivieren Moskau und Teheran den Handel

Die Wirtschaftskrise in Russland zwingt die Unternehmen dazu, neue Märkte zu erschließen. Durch die Abwertung der russischen Währung entsteht für den Export eine günstige Gelegenheit, da nun die heimischen Produkte über einen Kostenvorteil auf den ausländischen Märkten verfügen.

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(Symbolfoto: pixa)
Teheran (eurasia/nex) – Die Sanktionen gegen den Iran sollen nach fast zehn Jahren teilweise aufgehoben werden. Vor allem in den Bereichen Finanzen und Energie entfallen zahlreiche Beschränkungen. Gerade für das wirtschaftlich angeschlagene Russland bietet sich hier eine gute Möglichkeit, die eigene sinkende Nachfrage auszubalancieren. Exportiert werden soll alles, was die iranischen Partner interessieren könnte – von landwirtschaftlichen Produkten bis hin zum Bau von Kraftwerken.

Von Viktoria Benzel

Die Wirtschaftskrise in Russland zwingt die Unternehmen dazu, neue Märkte zu erschließen. Durch die Abwertung der russischen Währung entsteht für den Export eine günstige Gelegenheit, da nun die heimischen Produkte über einen Kostenvorteil auf den ausländischen Märkten verfügen. Denis Manturow, der russische Minister für Industrie und Handel, hat bei der Ausstellung in Teheran „Industrial and Commercial Dialog: Russland – Iran“ eine mögliche Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern diskutiert.

Die vorläufigen Ergebnisse der Verhandlungen wurden am ersten Tag der Ausstellung bekanntgegeben. Laut Oleg Sienko, dem Leiter von UralVagonZavod, einer russischen Maschinenbau- und Rüstungsfirma, soll seine Firma dem Iran innerhalb der nächsten sechs Wochen bis zu 5000 Güterwagen speziell für die iranische Eisenbahnlinie liefern. Der Umfang der Lieferung soll in etwa 250 Millionen Euro betragen. Auch Transmashholding, ein russisches Maschinenbauunternehmen, hat anscheinend Aufträge im Wert von 1,2 Milliarden Euro ergattern können. Auch Flugzeuge und landwirtschaftliche Maschinen sollen verkauft werden.

Bisher wurden Geldtransaktionen über Dubai getätigt. Dies ist jedoch finanziell und zeitlich sehr aufwendig.Vorab müsste man aber noch das Problem der Finanztransaktionen lösen. Aufgrund der europäischen und amerikanischen Sanktionen hat der Iran das SWIFT-Zahlungssystem nicht implementiert. Direktüberweisungen können nur getätigt werden über die MIR BIZNES BANK, ein Tochterunternehmen des iranischen Finanz- und Kreditinstituts Melli Bank, und der Tempbank, welche ihrer Zusammenarbeit mit dem Iran wegen von den USA sanktioniert wird.

 

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Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews.de

 

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