Start Finanzen "Bend the law" Ikea umgeht eine Milliarde Euro an Steuern

"Bend the law"
Ikea umgeht eine Milliarde Euro an Steuern

Dem Bericht eines Steuerexperten im Auftrag der Europäischen Grünen zufolge habe das schwedische Möbelhaus IKEA in den letzten sechs Jahren eine Milliarde an Steuerlast zum Nachteil der EU umgangen.

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(Foto: Milli)

Brüssel (nex) – Der schwedische Möbelhersteller, der bislang durch die Kreativität seiner Designs aufgefallen ist, macht neuerdings Schlagzeilen durch die Kreativität seiner Steuerabteilung, die das komplizierte Firmengeflecht des Unternehmens nutzt, um der Steuerlast zu entgehen.

Nach einem Bericht der „Welt“ zufolge geschehe dies durch ein verschachteltes System von Lizenz-und Markenrechten, die an Tochter-Unternehmen veräußert würden, die in Staaten mit besonders niedrigen Steuern ihren Sitz haben. Demnach bezahlten die Hauptunternehmen einen Anteil ihres Gewinnes als Lizenzgebühr an die Tochterunternehmen, was die Steuerlast des Hauptunternehmens senke und dafür sorge, dass der Gewinn als Gebühr an das Tochter-Unternehmen mit günstigerem Steuersitz umgelagert werde.

Dadurch habe Ikea in den letzten sechs Jahren eine Milliarde an Steuerlast in der EU umgangen, wie ein US-Steuerexperte im Auftrag der Europäischen Grünen ermittelt habe. Solche Steuermodelle stehen international heftig in der Kritik und haben bereits in der EU eine Debatte ausgelöst über diejenigen Staaten, die mit unfairem Steuerwettbewerb das Verlagern von Gewinnen erst ermöglichen.

Ein Ausschuss des Europäischen Parlamentes wurde letztes Jahr gegründet, um sich der Problematik anzunehmen und auch die Europäische Kommission ermittelt in mehreren Fällen, unter anderem gegen Apple und Amazon. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Irland, Luxemburg, Belgien und die Niederlande, deren unfairer Steuerwettbewerb auf die Kosten der Steuerzahler anderer Länder gehe.

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