Terror in der Türkei Selbstmordanschlag nahe Sultanahmet-Moschee fordert mindestens zehn Tote

Terror in der Türkei
Selbstmordanschlag nahe Sultanahmet-Moschee fordert mindestens zehn Tote

Tote und Verletzte soll es nach einer Explosion an der Sultanahmet-Moschee in Istanbul geben. Auch in Maltepe soll sich ein Vorfall ereignet haben.

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(Foto: Michael Brüggemann/pixelio.de)

Istanbul (nex) – Wie mehrere Medien berichten, ist es am Dienstagmorgen auf dem zentral gelegenen Sultanahmet-Platz in Istanbul zu einer Explosion gekommen. Bisherigen Meldungen zufolge sollen zehn Menschen getötet und 15 verletzt worden sein. Einsatz- und Rettungskräfte trafen kurz nach der Explosion, die so heftig war, dass dadurch umliegende Gebäude erschüttert wurden, an den Tatort gebracht. Verletzte wurden ins Krankenhaus transportiert. Um 10.20 Ortszeit soll sich die Explosion nahe dem Obelisk des Theodosius auf dem Sultanahmet-Platz ereignet haben. Die Polizei geht der Doğan News Agency zufolge von einem Selbstmordanschlag aus. Behörden haben die von lokalen Medien kolportierte Darstellung, ein Selbstmordattentäter hätte seine Bombe inmitten einer Gruppe von Touristen gezündet, bislang jedoch nicht bestätigt.

Auch über den Hintergrund der Tat ist bislang noch nichts Belastbares bekannt. Ein Anschlag der Terrormiliz IS (Daesh), die der Türkei Vergeltung für die mit türkischer Beteiligung durchgeführte jüngste Großoffensive im Norden Aleppos und andere Antiterroroperationen angedroht hatte, erscheint als möglich.

Der IS soll bereits hinter den blutigen Attentaten in Suruç Ende Juli des Vorjahres und in Ankara im Oktober während des Wahlkampfes stecken. Allerdings hatte es auch vonseiten linksextremer Gruppierungen wie der verbotenen „Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front“ (DHKP/C) in den letzten Jahren Selbstmordanschläge gegeben, unter anderem 2013 auf die US-Botschaft in Ankara. Vor etwa einem Jahr hatte sich die Gruppe auch zu einem Anschlag auf eine Polizeistation in der Nähe der Sultanahmet-Moschee bekannt, dieses Bekenntnis jedoch später als auf einem „technischen Fehler“ beruhend zurückgezogen, nachdem Beweise für die Beteiligung tschetschenischer Terroristen gefunden werden konnten. Unterdessen soll es gelungen sein, mehr als 20 Menschen aus einem brennenden Hotel in der Siedlung Gülsuyu im Istanbuler Stadtteil Maltepe zu evakuieren, das am Vormittag Feuer gefangen hatte. Ob in diesem Fall Fremdeinwirkung oder ein terroristischer Akt eine Rolle spielt, ist bis dato ungeklärt.

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