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Börteçine Cyber Team
Türkische Hacker legen Instagram-Account des russischen Kommunikationsministers lahm

Ein „Börteçine Cyber Team“ bekennt sich zu einem Hackerangriff, der den Instagram-Account des russischen Ministers Nikolai Nikiforow lahmlegte. Die nationalistische Hackergilde hatte in der Vergangenheit auch schon die Seiten türkischer Journalisten und Politiker heimgesucht.

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(Foto: securityaffairs.co)

Moskau (nex) – Ein Social-Media-Account des russischen Kommunikationsministeriums wurde am Sonntag im Zuge einer Cyberattacke zeitweilig lahmgelegt. Hinter dem Angriff soll eine türkische Aktivistengruppe stehen.

Die Gruppe zeigte auf der gehackten Seite Bilder eines Kampfflugzeuges und türkische Flaggen. Die russisch-türkischen Beziehungen haben einen gravierenden Rückschlag erlebt, nachdem ein türkisches Kampfflugzeug am 24. November einen russischen Su-24-Bomber an der türkisch-syrischen Grenze abgeschossen hatte. Der Präsident der Russischen Föderation, Vladimir Putin, hat diesen Akt als „Stich in den Rücken“ beschrieben.

Screenshots des Accounts zufolge, die in russischen und türkischen Medien erschienen waren, soll ein „Börteçine Cyber Team“ den Instagram-Account des russischen Ministers Nikolai Nikiforow blockiert haben und dort unter anderem Abbildungen türkischer Flaggen, des Porträts des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk und eines Kampfflugzeuges platziert haben.

(Foto: screenshot/securityaffairs.co)
(Foto: screenshot/securityaffairs.co)

Die Administration des auf Fotos und Videos spezialisierten sozialen Mediums Instagram stellten Nikoforows Account anschließend wieder her, der Minister beklagte jedoch, dass der technische Kundendienst für mehr als neun Stunden nicht auf den Vorfall reagiert hätte. Das den von ihm verwendeten Symbolen, Bildern und Texten zufolge mutmaßlich dem nationalistischen Spektrum zuzuordnende Kollektiv hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt fremde Accounts gehackt. Betroffen waren dabei türkische Politiker und Journalisten, unter anderem der frühere Präsident Abdullah Gül. Der russische Präsident Putin erklärte, er sehe derzeit keine Möglichkeit, die Beziehungen zur türkischen Führung wieder zu verbessern. Moskau verhängte vielmehr Wirtschaftssanktionen gegen Ankara.

Türkische Medienberichte hatten Ende Dezember davon gesprochen, dass russische Hacker hinter jüngsten Cyberattacken auf mehrere Internetserver stecken könnten, die nicht weniger als 300 000 Webseiten beherbergten. Am 25. Dezember berichteten türkische Banken über sporadische Ausfälle bei Kreditkarten-Transaktionen, wobei lokale Medien der Annahme Ausdruck gaben, dass die dahinterstehenden Angriffe auf Webseiten von Regierungsorganisationen und Finanzinstitutionen entweder aus Russland kämen oder von der Hackergruppe „Anonymous“ ausgegangen wären, die ihrerseits jüngst von einer türkischen Gegenattacke betroffen war.

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