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Flüchtlinge in der EU
Schwedischer Minister: „Nur mit der Türkei kann Europa die Flüchtlingskrise bewältigen“

Schwedens Innenminister Anders Ygeman forderte die anderen EU-Länder dazu auf, ihren Verpflichtungen gegenüber der Türkei nachzukommen. Während die EU nicht in der Lage sei, eine einheitliche Linie in der Flüchtlingspolitik zu finden, habe die Türkei mehr als zwei Millionen Menschen bei sich aufgenommen.

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(Foto: AA)

Stockholm (nex) – Europa kann die Flüchtlings- und Einwanderungskrise nur mithilfe der Türkei lösen, erklärte der schwedische Innenminister Anders Ygeman am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Sowohl Schweden als auch die anderen Ländern der Europäischen Union hätten sich darin erfolglos gezeigt, die größte Wanderungsbewegung zu bewältigen, die Europa seit dem zweiten Weltkrieg zu verkraften hatte. „Ganz Europa war in der Lösung der Flüchtlingskrise erfolglos und konnte zu keiner Einigung gelangen“, erklärte Ygeman und fügte hinzu, dass andere europäische Länder sich nicht am Lastenausgleich mit Schweden beteiligten, das im EU-Raum pro Kopf die meisten Flüchtlinge aufgenommen habe. Mit mehr als zwei Millionen Flüchtlingen im eigenen Land ist „die Türkei das einzige Land, das Europa beim Lösen der Flüchtlingskrise helfen kann“, so der Minister weiter.

Ygeman betonte, die EU müsse an ihren Versprechen festhalten, die sie der Türkei im Zusammenhang mit dem Flüchtlings-Aktionsplan gegeben hatte und im Zuge dessen die EU Ankara drei Milliarden Euro für die Flüchtlings-Soforthilfe vor Ort zugesagt habe. „Die ökonomischen Versprechen, die der Türkei gegeben wurden, müssen eingehalten werde“, sagte der Minister. „Die Krise kann nur mit einer aufrichtigen Unterstützung der Türkei gelöst werden.“ Schweden, das im Vorjahr insgesamt 163 000 Asylsuchende aufgenommen hatte, kündigte kürzlich an, 80 000 Personen abschieben zu wollen, deren Asylanträge abgelehnt worden wären. Anfang des Monats hat Schweden zudem systematische fotografische ID-Checks eingeführt, während die Regierung in Dänemark ein Gesetz verabschiedet hat, das es den Behörden erlaubt, Flüchtlingen Wertsachen abzunehmen, um die Kosten für Verpflegung und Unterbringung während des Asylverfahrens decken zu können.

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